1. Saarland

Freisen hat im Saarland die meiste Puste

Freisen hat im Saarland die meiste Puste

Freisen. Windkraft als Zukunftsmodell, Strom umweltschonend zu gewinnen - wer sich auf den Weg nach Freisen begibt, sieht dort heute schon jede Menge solcher Windräder in exponierter Lage. Der Plan: Es sollen noch mehr werden. So zumindest sieht es die überwältigende Mehrheit des Gemeinderates. Die brachte einen entsprechenden Vorentwurf auf den Weg

Freisen. Windkraft als Zukunftsmodell, Strom umweltschonend zu gewinnen - wer sich auf den Weg nach Freisen begibt, sieht dort heute schon jede Menge solcher Windräder in exponierter Lage. Der Plan: Es sollen noch mehr werden. So zumindest sieht es die überwältigende Mehrheit des Gemeinderates. Die brachte einen entsprechenden Vorentwurf auf den Weg. Dieser soll nun Bürgern gezeigt werden, damit diese mitentscheiden können. Konkret: Sie sollen sagen, ob ihnen die vorgesehenen Standorte zusagen oder ob sie die geplanten Stellen nicht für geeignet halten. Dieser Plan zur Windenergie wird zudem mit angrenzenden Gemeinden abgestimmt. Das bedeutet: Die Entscheidung der Freisener Kommunalpolitiker ist nur ein Schritt hin zum geänderten Flächennutzungsplan. Wie Bürgermeister Wolfgang Alles (CDU) begründete, sei dies nötig, um einen Wildwuchs zu verhindern. Die Gemeinde wolle so Regeln schaffen, dass nicht überall unkontrolliert die schlanken Türme in die Höhe schießen.Interessenten, Windräder in Freisen aufzustellen, gebe es demnach genug. Denn die Gemeinde sei eine der höchst gelegenen im Landkreis St. Wendel. Alles: "Freisen ist die Gemeinde im Saarland, die wegen ihrer Lage am meisten von der Windkraft profitiert."

Doch nicht alle im Gemeinderat teilen die Auffassung, die Standorte nicht nur zu reglementieren, sondern auch auszubauen. So lehnte im Vorfeld beispielsweise der Schwarzerder Ortsrat die Pläne ab, um ein Waldgebiet nicht zu gefährden. Auch der Asweiler Harald Borger und Gerald Linn aus Eitzweiler (beide SPD) stimmten im Gemeinderat gegen den Entwurf aus dem Rathaus, weil sie befürchten, dass zusätzliches Gelände in ihren Orten gegen den Willen der Bürger dort Windrädern Platz machen muss. Die Gemeinderatsmehrheit sah dies jedoch anders.Foto: B&K/SZ

"Freisen ist die Gemeinde im Saarland, die wegen ihrer Lage am meisten von der Windkraft profitiert."

Bürgermeister Wolfgang Alles

Auf einen Blick

Die bisherigen Standorte für Windkraftanlagen und die möglicherweise neuen: Ortsteil Freisen sechs Windräder. Die leistungsstarken Modelle ersetzten die zuvor 13 aufgestellten Räder. Hier könnten, sollte der neue Flächennutzungsplan in Kraft treten, vier hinzukommen. Schwarzerden hat aktuell zwei Anlagen, eine weitere ist vorgesehen. Haupersweiler/Oberkirchen: derzeit fünf. Der Plan sieht ein weiteres Windrad vor. Eitzweiler: zwei plus ein weiteres. Auf angrenzender rheinland-pfälzischer Seite stehen momentan vier Räder. Gemeindemitte (Rothsberg): An dem neuen Standort könnten vier entstehen. Zusammen sollen laut Gemeindeverwaltung aus 15 später 26 werden. gn