Freie Wähler machen sich für Bürgerbefragung stark

Quierschied · Eine Kontroverse um die Pläne für den Neubau eines Kultursaals dürfte heute Abend die Gemeinderatssitzung prägen. Die Freien wollen die Bürger dazu befragen.

In seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause befasst sich der Quierschieder Gemeinderat morgen unter anderem mit der "städtebaulichen Entwicklung der Quierschieder Ortsmitte". Dabei geht es natürlich um "die Errichtung eines Gebäudes mit Veranstaltungssaal" - so heißt es in der Tagesordnung.

Gemeint sind die Planungen zum Neubau des Kultursaals, die die Fraktionssprecher Timo Flätgen (CDU) und Stephan Schmidt (SPD) bereits in der vergangenen Woche exklusiv in der Saarbrücker Zeitung vorgestellt haben. 3,2 Millionen Euro will die Gemeinde dafür ausgeben, die Finanzierung ist mit Finanzaufsicht und Innenministerium vorbesprochen und quasi abgesegnet. Während für die großen Parteien also alles klar ist, melden die Freien Wähler Bedenken an und streben eine Bürgerbefragung an. "Die Gemeinde schiebt schon jetzt einen Schuldenberg von 60 Millionen Euro vor sich her, das Eigenkapital ist spätestens in drei Jahren aufgebraucht", schimpft Gernot Abrahams, "eine weitere Steigerung der Verschuldung in Millionenhöhe ist der Bevölkerung nicht zuzumuten." Die Bürgerinnen und Bürger müssten zu dieser wohl letzten großen Maßnahme in der Gemeinde gehört werden, zumal es in allen Gemeindeteilen Veranstaltungsräumlichkeiten gebe. Nach Meinung der Freien Wähler müssten die knappen finanziellen Mittel eingesetzt werden, "um vorhandene Bausubstanzen zu sanieren und energetisch zu ertüchtigen. Die letzten Jahre haben bewiesen, dass alle Veranstaltungen in den vorhandenen Räumlichkeiten abgewickelt werden können. Darum sehen wir keinen Bedarf für einen neuen Kultursaal." Die Bürgerbefragung könnte aus Gründen der Kostenersparnis mit der Bundestagswahl am 22. September durchgeführt werden.

Quierschieds Bürgermeisterin Karin Lawall (SPD) hat den Antrag der Freien Wähler auf die Tagesordnung genommen. "Wir werden nun über die Notwendigkeit einer Einwohnerbefragung zur Errichtung oder zum Erwerb eines Veranstaltungssaales beraten lassen", erklärte Hauptamtsleiter Axel Matheis auf Anfrage.

Interessant ist sicherlich auch der dritte Tagesordnungspunkt: Katharina Fischer, die Kinder- und Jugendbeauftragte der Gemeinde, wird über ihre Tätigkeit berichten. Die Sitzung im Rathaus beginnt um 18 Uhr, bereits ab 17.30 Uhr hat die Bevölkerung die Möglichkeit, im Rahmen einer Einwohnerfragestunde ihre Fragen und Anregungen an Rat und Verwaltung zu richten.

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