1. Saarland

Freie Bahn für integrative Krippe

Freie Bahn für integrative Krippe

Überherrn. Die Lebenshilfe, Kreisvereinigung Saarlouis, plant in Saarwellingen eine integrative Kinderkrippe für behinderte und nicht behinderte Kinder. Die Einrichtung soll ein Angebot an alle Kommunen des Landkreises Saarlouis sein, einer entsprechenden Vereinbarung müssen nun die Stadt- und Gemeinderäte zustimmen

Überherrn. Die Lebenshilfe, Kreisvereinigung Saarlouis, plant in Saarwellingen eine integrative Kinderkrippe für behinderte und nicht behinderte Kinder. Die Einrichtung soll ein Angebot an alle Kommunen des Landkreises Saarlouis sein, einer entsprechenden Vereinbarung müssen nun die Stadt- und Gemeinderäte zustimmen. Der Rat in Überherrn stellte am Donnerstagabend dafür die Weichen, wenngleich SPD und Grüne das Vorhaben kritisch hinterfragten.Rund 16 000 Euro soll die Gemeinde Überherrn als einmalige Investition in den Bau der integrativen Kinderkrippe zahlen. Von den rund 2,2 Millionen Euro Investitionskosten, gefördert durch Bundes- und Landesmittel, bleiben den 13 Kommunen im Landkreis Saarlouis Restkosten von rund 280 000 Euro, die prozentual nach den Einwohnern aufgeteilt wurden. Geschaffen werden in Saarwellingen zwei Regelgruppen und zwei Fördergruppen mit jeweils acht Plätzen.

Während der SPD-Fraktionssprecher Guido Guldner eine Absicherung wollte, dass auf die Gemeinde keine weiteren Kosten zukommen, fragte Alfred Krier von den Grünen nach, warum die Gemeinde keine eigenen Fördergruppen einrichtet? Der Aktionsplan der Landesregierung zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention sieht vor, Eltern von behinderten Kindern eine Wahlfreiheit bei der Entscheidung nach einem geeigneten Kindergartenplatz zu ermöglichen. Zudem sollten im Rahmen der Inklusion wohnortnahe Möglichkeiten für Kinder mit Behinderungen geschaffen werden.

Eine Wahlfreiheit gebe es auch jetzt schon in Überherrn. Jugendpflegerin Maria Speicher versicherte, dass jetzt bereits in den Kindergärten Integrationsarbeit geleistet werde. Allerdings stieße die Inklusion an Grenzen, wenn es um schwerstbehinderte Kinder ginge.

Bürgermeister Bernd Gillo warb für das Projekt, es sei eine gute Lösung, um dem Anspruch der Integration gerecht zu werden. hth