Frau weg, Job weg, Wohnung weg - und nun?

Frau weg, Job weg, Wohnung weg - und nun?

Fürstenhausen. Vor gut einem Jahr wurde Christian S. aus der Bahn geworfen. Nachdem seine Ehe in die Brüche gegangen war, verlor er auch noch den Job. An den Tag, an dem er seine Wohnung aufgeben musste, erinnert sich der 48-Jährige genau: Am 17. März 2012 stand er auf der Straße. Im Bruder-Konrad-Haus in Altenkessel fand er ein neues Domizil

Fürstenhausen. Vor gut einem Jahr wurde Christian S. aus der Bahn geworfen. Nachdem seine Ehe in die Brüche gegangen war, verlor er auch noch den Job. An den Tag, an dem er seine Wohnung aufgeben musste, erinnert sich der 48-Jährige genau: Am 17. März 2012 stand er auf der Straße. Im Bruder-Konrad-Haus in Altenkessel fand er ein neues Domizil. Weil das Gebäude abgerissen wird, zogen die Bewohner Ende 2012 in die Saarbrücker Straße nach Fürstenhausen. Am Freitag stellte sich die Einrichtung der Wohnungslosenhilfe mit einem Tag der offenen Tür vor. Nachbarn, Geschäftsleute und Vertreter von Organisationen konnten sich mit Bewohnern und Mitarbeitern austauschen. Und erfahren, wer ins ehemalige Hotel Saarhof gezogen ist. "Hier wohnen ganz normale Männer, die in ihrem Leben nicht immer Glück hatten", erklärt Einrichtungsleiter Wolfgang Höfner.Getragen wird das Haus vom Caritas-Verband. Die Bewohner leben im Einzelzimmer und haben einen eigenen Hausschlüssel. Die Männer, erklärt Höfner, trainieren eigenständiges Wohnen. Es gibt keine Putzkolonne, für die Sauberkeit des Zimmers ist jeder selbst verantwortlich. Im Anschluss an einen Aufenthalt im Saarbrücker Stammhaus werden in Fürstenhausen Klienten betreut, die bereit und fähig sind, weitgehend eigenverantwortlich zu leben. Ziel ist die Wiedereingliederung in die Gesellschaft. Ein Sozialarbeiter steht den Bewohnern zur Seite: Er informiert über Maßnahmen zur beruflichen Integration, berät in finanziellen Angelegenheiten oder vermittelt ärztliche Behandlung. Doch nicht jeder schafft es, wieder auf eigenen Beinen zu stehen. Die Männer können sich auch für einen dauerhaften Verbleib entscheiden. "Manche wohnen schon 20 Jahre im Bruder-Konrad-Haus und betrachten es als ihre Heimat", sagt Höfner. Die 14 Männer, die zurzeit in der Saarbrücker Straße leben, sind zwischen 25 und 70 Jahre alt und kommen aus ganz Deutschland.

Christian S. stammt aus dem Schwarzwald. Er fühlt sich wohl im Haus, täglich hilft er in der Küche. Auf Dauer einrichten möchte er sich aber nicht. "Ich will hier nicht mein Leben verbringen", sagt er. Inzwischen hat er eine eigene Wohnung in Aussicht. Der gelernte Steuerfachgehilfe möchte auch wieder einen Job finden. In den vergangenen Monaten hat sich seine Lebenseinstellung geändert. "Ich bin mit viel weniger zufrieden", sagt er. Den Kontakt zum Haus will Christian S. halten, wenn er wieder auf eigenen Füßen steht. Er lobt die netten und hilfsbereiten Mitarbeiter der "hervorragenden Einrichtung". "Männer, die in ihrem Leben nicht immer Glück hatten."

Wolfgang Höfner über die Bewohner des Bruder-

Konrad-Hauses

Auf einen Blick

Das Bruder-Konrad-Haus in Fürstenhausen ist eine Dependance des 1982 in Saarbrücken eröffneten Stammhauses. Getragen von der Caritas, hat es 15 Plätze mit Vollverpflegung. Zu den sechs Mitarbeitern gehören vier Hauswirtschafterinnen. Das Bruder-Konrad-Haus bietet auch ambulant betreutes Wohnen an für Menschen, die nach Bezug der eigenen Wohnung noch Hilfe bei der Eingewöhnung in Anspruch nehmen möchten. Fünf solcher Plätze stehen in angemieteten Wohnungen zu Verfügung.

Kontakt: Bruder-Konrad-Haus, Saarbrücker Straße 65-67, Fürstenhausen, Tel. (0 68 98) 8 18 13, E-Mail: bkh@caritas-saarbruecken.de tan