1. Saarland

Französinnen begeistern mit Schubert

Französinnen begeistern mit Schubert

Saarbrücken. Ein Ensemble, das sich an Schuberts großes G-Dur-Streichquartett D 887 wagt, muss leistungsmäßig über dem Durchschnitt stehen und zusätzlich von seiner Qualität überzeugt sein. Beides trifft auf das Pariser Quartett Zaide zu, das am vergangenen Freitag beim 6. Saarbrücker Kammerkonzert an der Hochschule für Musik Saar (HfM) spielte

Saarbrücken. Ein Ensemble, das sich an Schuberts großes G-Dur-Streichquartett D 887 wagt, muss leistungsmäßig über dem Durchschnitt stehen und zusätzlich von seiner Qualität überzeugt sein. Beides trifft auf das Pariser Quartett Zaide zu, das am vergangenen Freitag beim 6. Saarbrücker Kammerkonzert an der Hochschule für Musik Saar (HfM) spielte. Die vier jungen Damen Charlotte Juillard (Violine), Pauline Fritsch (Violine), Sarah Chenaf (Bratsche) und Juliette Salmona (Cello) bilden ein technisch versiertes und prächtig eingespieltes Team, das im letzten Jahr den Wiener Haydn-Preis gewinnen konnte. Seinen Namen hat das Quartett Mozart entliehen, in dessen Singspiel "Zaide" es einer Harems-Sklavin gelingt, dem Machtbereich ihres Sultans zu entkommen - mit List, Charme und Zielstrebigkeit.Diese Tugenden, verbunden mit handwerklicher Tüchtigkeit, krönen das Spiel der vier. In Schuberts symphonisch ausgeweitetem Quartett gelang es ihnen ausgezeichnet, den geradezu orchestral aufgewerteten Streichersatz zu verwirklichen. Sie nutzten die klanglichen Umfänge ihrer Instrumente, setzten sauber geballte Doppelgriffe ein und tummelten sich in differenzierten Tremolo-Effekten, um Klangfülle und Zuwachs an dynamischer Kraft zu gewinnen. Sauberer, rhythmischer und geistreicher Pizzicato-Einsatz bereicherte die Palette mit immer neuen Farbtupfern.

Die Interpretationsweise der vier beeindruckte besonders durch die Natürlichkeit, mit der organisch-fließend rhythmische Geradlinigkeit und weiche Gefühlstiefe sich zu nahtloser Einheit verbanden. Hugo Wolfs beschwingte "Italienische Serenade" etwa wurde so überlegen-heiter hingetupft, dass man als Hörer unwillkürlich innerlich mitsummte. pes