"Frage nach dem Sozialstaat ist längst wieder akut"

"Frage nach dem Sozialstaat ist längst wieder akut"

Dudweiler. Pfarrer Gerhard Koepke ist bei der Synode des Evangelischen Kirchenkreises Saar-Ost am Wochenende in Dudweiler erneut zum Superintendenten gewählt worden. Der 60-jährige Theologe setzte sich in der Abstimmung mit 55 Stimmen gegen Pfarrer Thorsten Huwald aus Friedrichsthal durch. Koepke hat den Kirchenkreis bereits in den vergangenen zwei Jahren geleitet

Dudweiler. Pfarrer Gerhard Koepke ist bei der Synode des Evangelischen Kirchenkreises Saar-Ost am Wochenende in Dudweiler erneut zum Superintendenten gewählt worden.Der 60-jährige Theologe setzte sich in der Abstimmung mit 55 Stimmen gegen Pfarrer Thorsten Huwald aus Friedrichsthal durch. Koepke hat den Kirchenkreis bereits in den vergangenen zwei Jahren geleitet. Außerdem wählten die 76 Delegierten aus den 16 Gemeinden in den Kreissynodalvorstand: Pfarrer Wolfgang Meyer (Niederlinxweiler) zum Skriba und als Synodalälteste Bärbel Hoffmann (Elversberg), Stefanie Kiefer (Uchtelfangen) und Gerhard Korb (Wiebelskirchen).

In seinem Bericht vor der Synode hatte sich Koepke unter anderem mit den sozialen Verwerfungen in unserer Gesellschaft beschäftigt: "Die Frage nach dem Sozialstaat ist längst wieder akut. Sie stellt sich drängend, mitten in der Finanzkrise".

Er forderte die Verantwortlichen in der Politik auf, vor allem in die Bildung zu investieren, das verhindere die Abhängigkeit von Sozialleistungen. Koepke begrüßte den von der saarländischen Landesregierung geplanten Ausbau der Ganztagsschulen.

Der Theologe beleuchtete auch die innerkirchliche Situation. Angesichts des demografischen Wandels müsse der "harte Weg der Strukturveränderungen weitergegangen werden. Das ist wohl die Aufgabe unserer Generation. Nur so werden wir zukunftsfähig", sagte Koepke: "In Zukunft müssen wir anders Kirche als bislang sein." Von manch Liebgewordenem gelte es Abschied zu nehmen. Er forderte die Gemeinden auf, sich auf das "Wesentliche und Machbare" zu konzentrieren. Und das könne in den einzelnen Gemeinden recht unterschiedlich sein. Grundsätzlich sprach er sich dafür aus, über den eigenen Kirchturm hinaus zu blicken und voneinander zu lernen. "Es gilt, das Bild einer Kirche zu entwerfen, die mit wesentlich weniger Geld auskommt, dabei weiterhin attraktiv ist und mit ihrer Botschaft, ihrem Sein und dem Dienst, den sie leistet, für viele Menschen ansprechend und relevant ist", sagte Koepke.

Ferner bestimmte die Synode die Delegierten für zahlreiche kreiskirchliche Ausschüsse und Gremien und entschied darüber, wer als Synodalbeauftragter kirchliche Arbeitsfelder von der Altenarbeit bis zur Volksmission vertritt. Die Delegierten aus den 16 Kirchengemeinden beschlossen außerdem den kreiskirchlichen Haushalt für 2013. Im nächsten Jahr stehen den Gemeinden und den übergemeindlichen Einrichtungen annähernd die gleichen Mittel wie in diesem Jahr zur Verfügung.

Der Evangelische Kirchenkreis Saar-Ost reicht von St. Wendel im Norden des Saarlandes über Ottweiler und Neunkirchen bis nach Dudweiler in die Landeshauptstadt hinein.

Er zählt 16 Kirchengemeinden mit rund 58 000 Protestanten. Es gibt 28 Gemeindepfarrstellen und zehn kreiskirchliche Pfarrstellen. red

evangelisch-im-saarland.de