1. Saarland

Förster Eberle wechselt das Revier

Förster Eberle wechselt das Revier

St. Ingbert/Kirkel. Er geht mit einem lachenden und einem weinenden Auge: Seit dem 1. September ist Förster Martin Eberle nicht mehr für den St. Ingberter Wald zuständig. Nach fast 24 Jahren als Revierleiter zieht es Eberle nach Kirkel. Im Zuge einer Reform beim Saarforst-Landesbetrieb ergab sich für den Förster die Möglichkeit zu einem Wechsel

St. Ingbert/Kirkel. Er geht mit einem lachenden und einem weinenden Auge: Seit dem 1. September ist Förster Martin Eberle nicht mehr für den St. Ingberter Wald zuständig. Nach fast 24 Jahren als Revierleiter zieht es Eberle nach Kirkel. Im Zuge einer Reform beim Saarforst-Landesbetrieb ergab sich für den Förster die Möglichkeit zu einem Wechsel. "Mein Vorgänger in Kirkel geht in den Ruhestand, so dass ich dort auch niemanden vertreibe", sagt Eberle. Während seines Studiums zum Diplom-Forstwirt hat er bereits ein Jahr in Kirkel verbracht. "Da geht einem als Förster das Herz auf", schwärmt Eberle von seinem neuen Revier. Denn Kirkel habe ein großen Waldbestand und eine traumhafte Landschaft zu bieten. Martin Eberle freut sich auf seine neue Aufgabe, aber er blickt auch mit etwas Wehmut auf seine Zeit in St. Ingbert zurück. Bereits sein erstes Praktikum 1982 habe er im St. Ingberter Wald absolviert. "Es war immer ein angenehmes Zusammenarbeiten mit den Behörden und der Bevölkerung", so Eberle. Besonders aber hebt er die enge Zusammenarbeit mit den Kollegen, allen voran Bodo Marschall, hervor. In einem größeren Kooperationsgebiet arbeite er aber weiterhin mit Marschall zusammen. "Die Waldguerilla bleibt also doch noch miteinander verbunden", scherzt Eberle.Die Arbeit im Revier St. Ingbert-Süd beschreibt Martin Eberle als herausfordernd, was die körperliche Beanspruchung betrifft. Mit Betzental und Kahlenberg gebe es viele Hänge im Revier. "Das habe ich abends dann schon mal in den Knochen gespürt." Und so käme der Revierwechsel für den fast 50-Jährigen zum richtigen Zeitpunkt. In Zukunft kann sich ein jüngerer Försterkollegen dann um den St. Ingberter Süden kümmern.

Der neue Kirkeler Förster kann St. Ingbert auch deshalb beruhigt verlassen, weil der Nachwuchs im Wald gute Arbeit leistet. Die drei Azubis Julian Welsch, Christian Wolter und Paul Bessler haben unter Anleitung ihres Meisters Georg Linz gerade den Bau einer Brücke abgeschlossen. Da im Reichenbrunner Wald entlang der Radstrecke "Die Pur" öfter Mal Wasser den Hang hinunterläuft, hat man sich hier für die Errichtung einer Brücke entschieden. "Jetzt können die Leute wieder ordentlich spazieren gehen", sagt Linz. Das Arbeiten mit Holz sei Teil der Ausbildung. Derzeit sind bei Saarforst neun Azubis angestellt. Ein Jahr der Lehre zum Forstwirt habe man bereits hinter sich, erklärt Julian Welsch. Die drei jungen Männer blicken stolz auf ihre Brücke, und der Regen, der gerade vom Himmel fällt, scheint sie nicht weiter zu beeindrucken. "Mit gefällt an dem Beruf das abwechslungsreiche Aufgabengebiet und das Arbeiten an der frischen Luft", sagt Azubi Christian Wolter. Dass die Lehrlinge beim Brückenbau auch Talent als Schreiner bewiesen haben, wollte sich Martin Eberle zum Abschied noch einmal aus nächster Nähe anschauen. Trotz seines Revierwechsel sei er für die Azubis immer noch erreichbar, weiß Paul Bessler.

 Ausbilder Georg Linz (2. v. l.) mit den Saarforst-Azubis Paul Bessler (l.), Christian Wolter (2.v.r.) und Julian Welsch. Foto: Schneider
Ausbilder Georg Linz (2. v. l.) mit den Saarforst-Azubis Paul Bessler (l.), Christian Wolter (2.v.r.) und Julian Welsch. Foto: Schneider

Dass es bei Martin Eberles Besuch im heimischen Wald regnet, wirkt fast symbolisch: "Sogar der Himmel weint", scherzt der Förster. Tatsächlich habe er viel nette Resonanz auf seinen Wechsel hin bekommen.