1. Saarland

Förderturm soll Denkmal werden

Förderturm soll Denkmal werden

Camphausen. Auf dem Betriebsgelände der früheren Grube Camphausen ragt mit dem "Hammerkopf-Förderturm" ein im Saarland einmaliges Relikt des Bergbaus in den Himmel

Camphausen. Auf dem Betriebsgelände der früheren Grube Camphausen ragt mit dem "Hammerkopf-Förderturm" ein im Saarland einmaliges Relikt des Bergbaus in den Himmel. Der 40 Meter hohe Schachtturm aus Stahlbeton sei laut Diplom-Geograph Delf Slotta, Direktor des Instituts für Landeskunde, der älteste Förderturm in Deutschland und der erste, der in geschlossener Bauweise errichtet wurde. Bereits 2001 schrieb der Experte in einem Aufsatz: "Der Förderturm Camphausen IV dokumentiert einen Meilenstein innerhalb der Fördertechnik. Seine Sicherung ist von zentraler Bedeutung innerhalb des Objektbestandes im deutschen Bergbau".Das markante Gebäude gilt aber nicht nur wegen der Form eines Hammerkopfes als eine Besonderheit, sondern auch wegen der erhaltenen Technik. Bei einem herkömmlichen offenen Fördergerüst aus Stahl befindet sich die Fördermaschine in einer separaten Maschinenhalle. In Camphausen sind die beiden Maschinen direkt über dem Schacht, in den beiden Erkern im oberen Teil des Förderturms, untergebracht. Diese Bauweise wurde laut Slotta wegen der Enge auf dem Grubenareal gewählt.

Weil der Turm etwas ganz Besonderes ist, will die Quierschieder Bürgermeisterin Karin Lawall ihn für die Zukunft sichern. In einem Schreiben an Staatsekretär Joachim Kiefaber, den Leiter der Lenkungsgruppe "Bergbauflächen", fordert sie von der Landesregierung und der Ruhrkohle AG (RAG), den Förderturm als Industriedenkmal zu erhalten.

Rudolf Krumm, Repräsentant der RAG Montan Immobilien im Saarland, meint zu dem Wunsch der Bürgermeisterin: "Uns ist bewusst, dass es sich beim Förderturm IV um ein Denkmal handelt. Wir haben im Lenkungskreis 'Bergbauflächen' vereinbart, ein Gutachten über die Zukunft aller Bergbaudenkmäler in Auftrag zu geben. Hierin soll ein unabhängiger Experte alle Projekte bewerten, und es sollten Vorschläge zur Finanzierung und Trägerschaft unterbreitet werden. Neben dem 'Hammerkopf-Förderturm' denke ich zum Beispiel auch an die Hauptrettungsstelle in Friedrichsthal oder die Gasmaschinenzentrale in Heinitz." Übrigens: Die 1990 stillgelegte Grube Camphausen liegt noch nicht völlig im Dornröschenschlaf. Quasi im Schatten des Förderturms pumpt die RAG das Wasser, das sich unterirdisch sammelt, ans Tageslicht, entschwefelt es und leitet es in den Fischbach. Zudem fördert das Unternehmen Steag (bis vor kurzem noch "Evonik") Grubengas, auch Methan genannt, zur Energiegewinnung.