Flughäfen Frankfurt, Hahn, Köln-Bonn, Findel: Parken und Anreise

Verkehr : Wer plant, parkt besser und billiger

Safari in Südafrika, spanische Strände oder shoppen in Singapur: Wer in den Sommerferien die Flughäfen der Großregion ansteuert, um in die Ferne zu fliegen, muss nicht zwangsläufig teuer parken. Denn zum einen gibt es etwas abseits der Rollbahn meist Parkplätze, die günstiger sind als jene, die direkt am Terminal liegen.

Auch werden Frühbucher fürstlich belohnt:

Parken: Wer mit dem Auto zum Flughafen fährt und keine Lust hat, einen oder gar mehrere Hunderter nur fürs Parken los zu sein, sollte sich möglichst früh informieren, wo günstige Stellplätze zu finden sind. Es empfiehlt sich sehr, diese dann auch direkt zu buchen (auf jeden Fall ein paar Tage vor dem Abflug) oder zumindest zu reservieren. Denn die Preisunterschiede können enorm sein. Ein zusätzlicher Restaurantbesuch am Urlaubsort dürfte für Sparfüchse dabei schon herausspringen.Zur Veranschaulichung nehmen wir den Flughafen Hahn als Beispiel. Wer einfach hinfährt und die offiziellen Parkplätze nutzt, zahlt 99 Euro für fünf Tage im Parkhaus, 79 Euro für die Woche Langzeitparken auf P2 und  49,50 Euro/Woche auf dem etwas weiter entfernten P3. Wer die Parkplätze aber mindestens zwei Tage vorab online bucht, spart bis zu 45 Prozent.Das günstigste Angebot des Airports kostet dann nur noch 32 Euro pro Woche (inklusive Bearbeitungsgebühr) – und damit genauso viel wie ein ähnlich weit entfernter Parkplatz eines anderen Anbieters, der als günstig beworben wird. Noch günstiger wird es, wenn man bei einem der Anbieter in den nahegelegenen Dörfern bucht oder reserviert. Sie bieten Parkplätze schon ab 20 oder 24 Euro pro Woche an. Ein Busshuttle zum Terminal ist meist im Preis inbegriffen. Allerdings sollte man dringend vorab klären, ob die Busse zur Abflug- und Ankunftszeit auch wirklich fahren und ob der Parkplatz dann überhaupt geöffnet ist. Zum Teil sind die Terminals von den günstigen Parkplätzen auch zu Fuß noch in rund zehn Minuten erreichbar. Wenn das der Fall ist, ist es unter Umständen sinnvoll, ein wenig früher anzureisen, andere Gäste mit dem Gepäck vor dem Terminal aussteigen zu lassen und dann in Ruhe zu parken. Manche Parkplätze bieten auch Valet-Parking an: Der Kunde händigt also den Schlüssel aus und lässt parken.

Also: Je früher man bucht und je weiter draußen, desto günstiger. Ähnliches gilt auch für die Flughäfen Frankfurt oder Köln-Bonn. Da die Preise dort allerdings locker doppelt so hoch sind, lohnt es sich um so mehr, rechtzeitig nach Angeboten zu suchen. Übrigens gilt auch dort, dass mit Vorlauf reservierte offizielle Airport-Parkplätze nicht unbedingt teurer sind als jene anderer Anbieter.

Jennifer Kaiser von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz hat ein paar wertvolle Tipps für Leser, die vorhaben, an Flughäfen zu parken:

Das Kleingedruckte lesen! Vor dem Abflug sollte man sich informieren, was passiert, wenn man das Auto nicht zum geplanten Zeitpunkt abholen kann – zum Beispiel, weil der Flug ausfällt. Kaiser weiß von einem Fall, in dem der Kunde wegen seiner Verspätung eine gesamte weitere Woche zahlen sollte. Die meisten Anbieter verlangen für jeden zusätzlichen Tag Geld – wie viel das ist, muss man unter Umständen telefonisch erfragen. Nicht alle geben dies bereits auf ihren Webseiten bekannt. Die Preise können deutlich höher liegen als bei der ursprünglichen Buchung.

Vorsicht beim Valet-Parken: Der Trend, das Auto samt Schlüssel jemandem zu überlassen, der es dann parkt, ist aus den USA nach Europa geschwappt. Die Verbraucherzentrale mahnt zur Vorsicht. Oft würden die Autos in Wohngebieten abgestellt oder von den Anbietern sogar für eigene Fahrten genutzt. Kaiser rät, zumindest zu überprüfen, ob das Unternehmen eine seriöse Webseite mit Impressum hat und im Internet nach Erfahrungen zu suchen, die andere Kunden gemacht haben. „Wem sein Auto heilig ist, der sollte die Finger davon lassen“, rät die Verbraucherschutz-Expertin.

Nicht im Wohngebiet parken: Kaiser rät davon ab, das Auto im nächsten Stadtviertel zu parken und dann mit dem Bus zum Flughafen zu fahren. Sie weiß von einem Fall, in dem das Auto abgeschleppt wurde, weil es bei (zu Urlaubsbeginn nicht absehbaren) Straßenbauarbeiten im Weg stand.

Früh suchen  und buchen! „Je kurzfristiger man einen Parkplatz sucht, desto größer ist die Gefahr, dass man tief in die Tasche greifen muss“, sagt Kaiser. Auch finde man eher noch Parkplätze nahe am Airport oder solche mit gutem Shuttle-Service, wenn man früh dran ist.

Auf Seiten  wie parkos.de oder www.parken-und-fliegen.de kann man einen Flughafen auswählen, Angebote vergleichen und auch direkt buchen. Vollständig sind die Listen allerdings nicht. Sinnvoll ist daher auch ein Blick in Programme wie Google Maps. Einfach den Flughafen ansteuern und das Suchwort „Parken“ eingeben. Wer auf die roten Symbole klickt, erhält Links zu den Webseiten der Anbieter.

In Saarbrücken ist die Situation so: Dort gibt es nur die offiziellen Airport-Parkplätze. Diese kann man nicht im Voraus reservieren, der Betreiber verspricht allerdings, dass immer genügend freie Plätze vorhanden sind. Die Preise pro Woche liegen zwischen 49 Euro draußen und 66 Euro im Parkhaus.

Im ansonsten oft so teuren Luxemburg ist das Parken am Flughafen Findel überraschend erschwinglich: 35 Euro kostet der günstigste Stellplatz (Economy M) pro Woche. Ein kostenloser Shuttlebus bringt Reisende alle 20 Minuten zum Terminal. Weniger als zehn Minuten braucht man vom 56 Euro teuren Außenparkplatz, die Tiefgarage kostet 93 Euro/Woche. Online-Buchungen sind nicht möglich. Das soll sich nach Informationen des Airports aber bald ändern.

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