1. Saarland

Florian auf dunkelrotem Samt

Florian auf dunkelrotem Samt

Püttlingen. Die Freiwillige Feuerwehr Püttlingen hatte schon lange den Wunsch, eine Vereinsfahne zu besitzen, den sie 2007 schließlich bei ihrer Jubiläumsfeier verwirklichte

Püttlingen. Die Freiwillige Feuerwehr Püttlingen hatte schon lange den Wunsch, eine Vereinsfahne zu besitzen, den sie 2007 schließlich bei ihrer Jubiläumsfeier verwirklichte. "Wir hatten die Idee, die Fahne zur Feier des 125-jährigen Bestehens zum ersten Mal zu präsentieren und einzuweihen, deswegen setzte sich ein Gremium aus zwölf Personen zusammen und begann sich 2006 über die Motive der Fahne zu beraten", so Löschbezirksleiter Thomas Albert. Pünktlich zur Jubiläumsfeier wurde sie fertig und hat nun ihren Platz in einer Glasvitrine im Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr. Zum Einsatz kommt sie bei Festumzügen und dem Kirchgang an Weihnachten. Auch zu Ehren der Vereinsmitglieder wird sie zu Hochzeiten geschwungen oder zu Beerdigungen mitgenommen. "Anfang Juli haben wir sie zur Feier der Freiwilligen Feuerwehr Riegelsberg mitgenommen, die 112 Jahre alt wurde", erzählt der 35-Jährige.

Die zwei Seiten der Feuerwehrfahne wurden liebevoll gestaltet und haben verschiedene symbolische Bedeutungen. Die "Ortsseite" der Fahne, die die Stadt Püttlingen symbolisieren soll, ist in dunkelrotem Samt gehalten, die Farbe der Feuerwehr. Deutlich sichtbar ist direkt in der Mitte der heilige Florian, der Schutzpatron der Feuerwehrleute, um den der goldene Schriftzug "Freiwillige Feuerwehr Püttlingen-Saar" gezogen ist. In den Fahnenecken versammeln sich Püttlinger Bauwerke, wie die drei Kirchen von Alt-Püttlingen. Das soll die Verbundenheit zu den drei Pfarreien Sankt Bonifatius, Liebfrauen und Sankt Sebastian verdeutlichen. Die letzte Ecke der Fahne ist mit dem Motiv des Rathauses bestickt. "Eine Besonderheit ist, dass wir an jedem zweiten Weihnachtsfeiertag, im abwechselnden Rhythmus, in einer der drei Kirchen das Fest feiern", erklärt Thomas Albert.

Aus der "Wehrseite" der Fahne lassen sich einige Schlüsse ziehen. So prangt in der Mitte ein Helm hinter dem sich zwei Beile kreuzen. Ein Zeichen für die Feuerwehr selbst und ihre Wehrkraft. Um die Stickerei ist ein Ehrenkranz mit dem Wappen von Püttlingen geschlungen. Der Spruch "Gott zur Ehr - dem Nächsten zur Wehr" steht in verzierten Lettern auf dem weißen Hintergrund. "Unser Gründungsjahr 1882, das Jahr der Fertigstellung der Vereinsfahne, das alte Püttlinger Wappen und das des Saarlandes haben wir in die Ecken der Fahne gesetzt", so der gelernte Architekt. Auch der helle Hintergrund, der zu einem dunkelblauen Randbalken verläuft, hat eine symbolische Bedeutung. Er steht dafür, dass die Feuerwehr zu jeder Tages- und Nachtzeit Einsatzbereit ist. Thomas Albert ist 1991 durch einen Freund zur Freiwilligen Feuerwehr gekommen. Damals war er fünfzehn und trat der Jugendwehr bei. "Die Tatsache Mitmenschen helfen zu können verlieh mir den Ansporn, bereits nach einem Jahr zu den Aktiven über zu gehen", erzählt der Löschbezirksmeister. bub