Flieger im Kampf gegen die Natur

Flieger im Kampf gegen die Natur

Aus dem ganzen Land und sogar aus dem Schwarzwald waren Modellflieger nach Reimsbach gepilgert. Beim Schleppflugtag wollten sie ihre Flugzeuge präsentieren. Wäre da nicht ein stürmischer Wind gewesen.

Zu ihrem zweiten Schleppflugtag hatte die Modellfluggemeinschaft Primsfalken mit Sitz in Reimsbach Modellflugvereine aus dem Saarlandes sowie Freunde aus anderen Bundesländern am Samstag auf ihren Fliegerhorst in der Nähe der Kansas eingeladen. Der Vorsitzende Dr. Jürgen Rosenberger hieß die Gäste aus nah und fern willkommen, darunter besonders Ralf Müller aus dem Schwarzwald als am weitesten angereisten Modellfliegerfreund.

Segelflugmodelle bis zu einer Größe von 5,50 Meter und Schleppmaschinen mit geräuschoptimierten Verbrennungsmotoren, die sich alle einer grundsätzlichen Schallmessung unterziehen mussten, traten an, um das schöne Hobby zu zelebrieren. Aus der Erwartung heraus waren die Voraussetzungen eigentlich ideal, denn freitagabends herrschte schönster Sonnenschein, der vorausschauende Wetterbericht war positiv, der Rasen frisch geschnitten und auch die Verpflegung war entsprechend organisiert.

"Ich wünsche allen am heutigen Samstag einen schönen Tag", meinte der Vorsitzende zur Eröffnung. Dieser Wunsch ging, wie sich dann später herausstellte, leider nicht in Erfüllung. Um zehn begann das Treiben auf dem schön gelegenen Platz, auf dem sich die Teilnehmer nach und nach einfanden. Aber keiner hatte auf dem Plan, dass sich ein allmählich auffrischender Wind am frühen Nachmittag zu einem handfesten Sturm mit einer geschätzten Stärke von drei bis vier auswuchs.

Das Fliegen der mit viel Liebe, Schweiß und gelegentlichem Fluchen erstellten Modelle wurde zunehmend schwieriger und musste zeitweise vollständig eingestellt werden. "In der Luft ließen sich die technischen Meisterwerke der Kleinkunst zwar gut bewegen, problematisch waren jedoch jeweils Start und Landung, weil dann Sturmböen die Flieger unkontrollierbar erfassten", erklärte der erste Vorsitzende. So wurde "Ecki", der Mann am holzkohlenbetriebenen Grillmonster, zum Mann der Stunde. Er konnte kaum so viel Schwenker und Bratwürste liefern, wie die zur Untätigkeit verdammten Piloten begehrten. Auch der von den Fliegerdamen angebotene Kuchen fand besten Absatz. Durch das Grimmen des Wettergottes ließen sich die Piloten die Laune aber nicht wirklich verderben. Es wurde zwar weniger geflogen, dafür aber mehr gefachsimpelt, gegessen und getrunken. "Im nächsten Jahr sehen wir uns bei hoffentlich besserem Fliegerwetter", meinte Rosenberger abschließend.