Flagge zeigen gegen Rechtsextremismus

Flagge zeigen gegen Rechtsextremismus

Weiskirchen. Dieser Tage klingelten im Rathaus Weiskirchen die Telefone heiß, es herrschte ein reger E-Mail-Verkehr. Grund waren die überdimensionalen Plakate in der Nähe des Thailener Kreisels

Weiskirchen. Dieser Tage klingelten im Rathaus Weiskirchen die Telefone heiß, es herrschte ein reger E-Mail-Verkehr. Grund waren die überdimensionalen Plakate in der Nähe des Thailener Kreisels. "Wer hat denn diese Plakate aufgestellt? Wer ist dafür verantwortlich?" Die Verwirrung über die Botschaft der Plakatwände konnte in einem gemeinsamen Gespräch zwischen Bürgermeister Werner Hero, Ferdi Breuer vom Ordnungsamt und dem Gemeindereferenten Jörg Mang gleich ausgeräumt werden.

Nur ein Missverständnis

"In diesem Gespräch wurde schnell klar, dass die Aufmerksamkeit, die solch ein Plakat braucht, zu 100 Prozent erreicht wurde", berichtet Maang. "Man muss schon genau hinschauen. Der Schriftzug ist durch Strichmännchen angedeutet, und die überdimensionalen Satzzeichen lassen zwei Interpretationen zu. Aber was würde geschehen, wenn unsere ausländischen Mitbürger Deutschland den Rücken kehren würden? Was würde übrig bleiben? Eine mögliche Antwort zeigt dem Betrachter des Bildes der untere Schriftzug."Ende Oktober wurden zwölf verschiedene Plakate im Landkreis Merzig-Wadern gestaltet, und in den vergangenen Tagen haben sie ihre werbewirksamen Plätze erhalten. So auch die Plakate in der Nähe des Kreisels in Thailen. Ziel dieser Aktion, die vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie von der Kampagne "Vielfalt tut gut", dem Landkreis Merzig-Wadern und dem Landesjugendring Saar unterstützt und durchgeführt wurde, ist es, öffentlichkeitswirksam für ein tolerantes sowie demokratisches Miteinander zu werben und sich dafür einzusetzen, dass gegen rechtsextremistische Orientierungen Farbe bekannt wird. Auch die Katholische Jugend im Dekanat Losheim-Wadern hat sich an dieser Aktion beteiligt und drei identische Plakate gestaltet, die ebenfalls noch in der Gemeinde Losheim (Haagstrasse) und der Stadt Wadern (Lockweiler-Krettnich) zu sehen sind.

Ende Oktober waren Jugendliche im Jugendhaus Merzig zu einem Graffiti-Workshop zusammen gekommen. Gemeinsam entwarfen und gestalteten sie ihre Plakatwände. Hier sind auch die Plakatwände entstanden, die im Moment für viel Aufregung in der Weiskircher Bevölkerung sorgen. "Da die Firma Werbe Fabry in der Gemeinde Weiskirchen keine fest installierten Plakatwände zur Verfügung hat, wurden diese beiden Wände nur für diese Aktion aufgestellt", erklärt Mang.

Alle Interessierten seien eingeladen, weiterhin über dieses Plakat im Gespräch zu bleiben, sich genügend Zeit zu nehmen, es zu betrachten. Zugegebenermaßen sei es im Vorbeifahren nicht auf den ersten Blick zu erfassen, so der Gemeindereferent. Die Plakatwände werden etwa vier Wochen stehen bleiben, also bleibt noch ausreichend Zeit, sie auch mal aus der Nähe anzuschauen. red

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