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| 21:14 Uhr

Es geht um Millionen
Finanz-Skandal erschüttert Saarsport

LSVS-Präsident Klaus Meiser
LSVS-Präsident Klaus Meiser FOTO: BeckerBredel
Saarbrücken. Im Haushalt des Landessportverbands klafft ein Loch von insgesamt bis zu fünf Millionen Euro.

Dem saarländischen Sport droht ein Beben bisher nicht gekannten Ausmaßes. Der Landessportverband für das Saarland (LSVS) bestätigte am Freitag auf Anfrage der SZ ein Haushaltsloch in Millionenhöhe. „Wir müssen nach den vorläufigen Ergebnissen davon ausgehen, dass das Gesamtdefizit insgesamt fünf Millionen Euro betragen kann“, erklärte LSVS-Präsident Klaus Meiser. Der Verband hat eine externe Wirtschaftsprüfungsgesellschaft beauftragt, den Sachverhalt aufzuarbeiten. Meiser kündigte einen Sparkurs an, Entlassungen soll es nicht geben.

„Nach bisherigen Erkenntnissen ist über einen längeren Zeitraum seitens des Hauptgeschäftsführers verschwiegen worden, dass die strukturellen Kosten höher als die Einnahmen waren. Man kann allerdings davon ausgehen, dass das Geld ausschließlich für sportliche Zwecke verausgabt wurde“, teilte Meiser mit.

Hauptgeschäftsführer des LSVS ist seit 2009 Paul Hans. Aktuell ist Hans krank geschrieben, er sollte demnächst in den Ruhestand gehen. Aufgefallen ist das Finanzloch bei den Haushaltsvorbereitungen für 2018 durch Hans’ Nachfolgerin Karin Becker. Inwieweit weitere Personen außer Hans involviert waren, ist unklar. Meiser ist seit 2014 Präsident des Dachverbandes aller Sportfachverbände. Vor Meiser hatte Gerd Meyer den LSVS angeführt.

Die Bilanzen werden vom LSVS-Präsidium geprüft, den Jahresabschlusses kontrolliert ein von der Mitgliederversammlung gewählter Wirtschaftsprüfer. Dies war bisher die Firma Audittax Prof. Raber in Saarbrücken. Diese gab am Freitag keine Stellungnahme ab. Die Rechtsaufsicht obliegt dem Innen- und Sportministerium. „Die dem Ministerium vorliegenden, durch die jeweiligen Wirtschaftsprüfer geprüften Jahresabschlüsse, haben bisher keinerlei Anlass zur einer Beanstandung der Haushaltsausführung gegeben“, teilte Innen- und Sportminister Klaus Bouillon mit.

(kai)