1. Saarland

Film ab für die Vergangenheit

Film ab für die Vergangenheit

Freisen. 20 belichtete Filmkassetten, vier Stunden Interviews auf Video und zweieinhalb Jahre Drehzeit - das sind kurz umrissen die Eckdaten der Filmdokumentation "Ganz früher bei uns". Darin entführt Filmemacher Joachim Ferrang die Zuschauer auf eine 60-minütige Zeitreise in die Vergangenheit

Freisen. 20 belichtete Filmkassetten, vier Stunden Interviews auf Video und zweieinhalb Jahre Drehzeit - das sind kurz umrissen die Eckdaten der Filmdokumentation "Ganz früher bei uns". Darin entführt Filmemacher Joachim Ferrang die Zuschauer auf eine 60-minütige Zeitreise in die Vergangenheit. Genauer gesagt mitten ins Leben einer Bauernfamilie aus der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts. In der Kulisse des Landwirtschaftsmuseums in Reitscheid lassen Laienschauspieler aus der Region den Alltag von damals lebendig werden."Viele alte Geräte stehen als stumme Zeugen in Museen. Aber wie hat man damit gelebt und gearbeitet?" Diese Frage hat Joachim Ferrang schon seit vielen Jahren beschäftigt. Vor vier Jahren nahm der Gedanke, einmal zu zeigen, wie das Leben früher war, konkrete Formen an. Der Autor erarbeitete erste inhaltliche Skizzen und suchte sich Themen, die er in dem Film ansprechen wollte. "Zu dieser Zeit ist auch die Idee gereift, Szenen aus dem bäuerlichen Leben von Darstellern in alten Kleidern nachstellen zu lassen", erinnert sich Ferrang.

Über einen Aufruf in der Saarbrücker Zeitung suchte der Filmemacher Zeitzeugen, die ihm aus erster Hand von dem Alltag einer Bauernfamilie erzählen konnten. "Das sind die lebendigen Erinnerungen", sagt Ferrang. Er führte viele Vorgespräche und traf sich schließlich mit drei Zeitzeugen zu Interviews. Ihre Erinnerungen und Erzählungen treiben die Geschichte der Dokumentation voran.

14 Laienschauspieler zeigen, wie früher Wäsche gewaschen, Brot gebacken oder Heu geerntet wurde. Anfangs seien die Nachwuchsdarsteller recht scheu gewesen vor der Kamera und die ein oder andere Szene musste mehrmals gedreht werden. "Aber zum Schluss waren die Leute so in dem Thema drin, dass wir nicht einmal mehr proben mussten, sondern direkt drehen konnten", so Ferrang. Die Crew ist während der Dreharbeiten spürbar zusammen gewachsen. "Wir waren eine kleine Filmfamilie", sagt Ferrang stolz.

Joachim Ferrang beim Dreh: Er filmt, wie Jennifer Mohr an Stelle von fließend Wasser beschwerlich pumpen muss.

Im Wechsel der Jahreszeiten gewährt die Dokumentation einen Einblick in das bäuerliche Leben. Wichtig war dem Filmemacher die realitische Darstellung der Arbeiten. Um das Gefühl der Authentizität zu verstärken, hat Joachim Ferrang im Innern des Bauernhauses mit schummrigem Licht gearbeitet. Er wechselt zwischen Farb- und Schwarz-Weiß-Aufnahmen. Gerade letztere wirken durch das Rauschen der einzelnen Bilder, als stammten sie aus vergangenen Tagen. "Mein Ansinnen mit der Dokumentation war, den Menschen eine Freude zu machen", sagt Ferrang und freut sich bereits auf die Premiere seines Films am Freitagabend, 18.30 Uhr, in der Bruchwaldhalle in Freisen. Der Eintritt ist frei.