Feuerwehr-Chef Denzer erklärt Rückkehr ins Amt

Saarbrücken : Feuerwehr-Chef Denzer erklärt Rückkehr ins Amt

Richter hatten die Beurlaubung des Saarbrücker Wehrführers als rechtswidrig eingestuft. Die Stadt äußert sich am Mittwoch.

Der Freiwilligen Feuerwehr in Saarbrücken droht ein Führungschaos. Nach einem Beschluss des Verwaltungsgerichts Saarlouis kann Wehrführer Marc Denzer auf seinen Posten zurückkehren. Weshalb er dem Saarbrücker Sicherheitsdezernenten Harald Schindel (Linke) am Montag in einer E-Mail mitteilte, er habe seine Aufgaben mit sofortiger Wirkung wieder aufgenommen.

Schindel hatte Denzer im Dezember alle Dienstgeschäfte untersagt, das Gericht die unbefristete Beurlaubung des Ehrenamtlichen in der vergangenen Woche jedoch als „offensichtlich rechtswidrig“ eingestuft (wir berichteten). Unklar ist, wie Schindel nun reagieren wird. Nach interner Prüfung und Gesprächen mit der Führungsmannschaft der Freiwilligen Feuerwehr werde er sich am Mittwoch äußern, erklärte der Dezernent auf Anfrage. In der Vergangenheit hatten seine Stellvertreter und die Löschabschnittsführer dem Wehrführer ihr Vertrauen entzogen. Denzer steht seit Mai 2017 an der Spitze der größten Freiwilligen Feuerwehr im Saarland.

Denzer berichtet aus der Wehr von positiven Reaktionen auf seine mögliche Rückkehr. „Ein Kamerad hat angemerkt, ich solle jetzt keinen Krieg vom Zaun brechen“, sagte Denzer. Er habe ihn beruhigt, das sei nicht seine Art, so der Wehrführer. „Es ist aber jetzt an der Zeit, dass ich mal erfahre, worum es bei diesem Konflikt eigentlich geht.“ Darüber lasse ihn die Stadtverwaltung nach wie vor im Dunkeln.

Gegen den Feuerwehr-Chef sind verschiedene Vorwürfe erhoben worden. Sicherheitsdezernent Schindel beurlaubte ihn im Dezember nach dem Brand des Feuerwehrgerätehauses im Saarbrücker Stadtteil Altenkessel. Denzer sei nicht erreichbar gewesen, so Schindel. Er sei an dem Tag in Zweibrücken gewesen, außerhalb des Radius der Funkalarmierung, erklärt Denzer. Was am Morgen auf seinem Smartphone ankam, war eine E-Mail der Einsatzzentrale – die Denzer erst mittags sah. „Einen Anruf hätte ich mitbekommen“, sagt er. Durch die Stadt sei keiner erfolgt, er habe über Bekannte von dem Einsatz erfahren. Denzer betont: „Der Wehrführer ist in Saarbrücken im Einsatz nicht so eingebunden wie in anderen Gemeinden.“

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