Festnacht lässt den Himmel funkeln

Festnacht lässt den Himmel funkeln

Saarbrücken. Gelbe Lichter über dem Saarbrücker Rathaus, blaue über dem St. Johanner Markt, rote über der Wilhelm-Heinrich-Brücke, grüne über der Bahnhofstraße. Der Himmel über der Landeshauptstadt glich um null Uhr in der Neujahrsnacht einem riesigen Lichtermeer, das in vielen Farben funkelte

Saarbrücken. Gelbe Lichter über dem Saarbrücker Rathaus, blaue über dem St. Johanner Markt, rote über der Wilhelm-Heinrich-Brücke, grüne über der Bahnhofstraße. Der Himmel über der Landeshauptstadt glich um null Uhr in der Neujahrsnacht einem riesigen Lichtermeer, das in vielen Farben funkelte. Lautes Knallen der Raketen und Böller auf den Straßen sorgte in den ersten Sekunden des neuen Jahres für den dazu passenden imposanten Lärmteppich. Hunderte Menschen begrüßten 2011 an der Schlossmauer, wo sie zweifelsohne den schönsten Blick auf das Feuerwerk über Saarbrücken erhaschen konnten. Doch bevor sich die Menschenmassen an dem alten Gemäuer trafen und die Korken knallen ließen, nahmen sie fröhlich feiernd in der Innenstadt Anlauf für den Sprung ins Jahr 2011. Mit allem, was dazu gehört: Kneipen, Bars und Restaurants waren voll, und auf dem St. Johanner Markt herrschte hektisches Treiben."Wir genießen die Stimmung hier und spazieren ein bisschen durch die Stadt. Bei uns war das vergangene Jahr prima, und das neue kann kommen", sagte Rafael Gabor, der mit seiner Frau Anna und Sohn Milan unterwegs war. Bei Madlin Mark aus Schiffweiler und Philipp Schneider aus Göttelborn ging es etwas rockiger zur Sache. "Wir feiern in der ,Wilden Katze, dort soll was abgehen", sagte Philipp Schneider, der nichts am alten Jahr zu meckern hatte. Aber: "Ich bin Berufssoldat und in München stationiert. Ich würde gern zurück ins Saarland kommen. Ich hoffe, es klappt 2011."

Freundin Madlin hat auch einen Wunsch fürs neue Jahr. "Ich bin noch in der Ausbildung und würde gerne übernommen. Aber privat läuft alles toll", sagte Madlin, bevor sie ihrem Schatz Philipp einen Schmatzer gab. In der Bahnhofstraße suchte derweil mancher noch die richtige Bleibe zum Feiern.

"Wir wissen noch nicht genau, was wir machen. Wir machen etwas Spontanes. Aber das neue Jahr kann kommen. Es ist alles prima: Familie, Schule und Freund", sagte Christine Neske, die mit ihren Freundinnen Carolin Weilhammer und Elena Schmidt unterwegs war.

Ahmed Taher, der für den SV Bübingen Fußball spielt, machte sich unterdessen schon mal mit ein paar Kumpels auf zur Schlossmauer, um das Feuerwerk zu sehen. "Persönlich ist bei mir alles in Ordnung, sei es in der Schule, mit der Familie oder mit der Freundin. Vielleicht können wir es mit dem SV Bübingen in dieser Saison in der Saarlandliga unter die ersten Zehn schaffen", sagt Taher.

Auf zur Schlossmauer: Dort versammelten sich bereits vor 23 Uhr die Menschen, um gemeinsam auf den Start des Jahres zu warten. "Wir schauen uns noch das Feuerwerk an, und dann geht die erste Party im neuen Jahr ab. Egal, was passiert, wir machen das Beste draus", sagte David Jakob aus dem französischen Blies-Schweyen, der mit seinen Kumpels Tim Hoffmann und Jens Fuchs aus Auersmacher ins Jahr startete. Als das Funkeln am Himmel und das Knallen der Böller um ein Uhr allmählich aufhörten, machte sich Saarbrücken für die zweite Runde der Party startklar. Und die fand ihr Ende erst in den Morgenstunden.

Hintergrund

Die Saarbrücker Berufsfeuerwehr hatte an Silvester mit Eiszapfen zu kämpfen, die am St. Johanner Markt über den Gaststätten hingen. Anwohner waren besorgt um die zahlreichen Feiernden, die ausgelassen das neue Jahr begrüßen wollten.

Sie riefen die Berufsfeuerwehr um Hilfe, die daraufhin mit einem Drehleiterwagen anrückte und die mitunter kiloschweren Eiszapfen beseitigte. So stand einer Silvesterparty in der Innenstadt nichts mehr im Wege, und kein Passant musste fürchten, von einem kalten Bruchstück getroffen zu werden.

Dachlawinen und Eiszapfen sind jedoch weiterhin gefährlich. Am Wochenende wurde in Berlin ein Arbeiter von einer Dachlawine getroffen und schwer verletzt. Die Hauseigentümer haben meist keine Chance, an die eisige Gefahr heranzukommen, um diese zu beseitigen. Einige stellen daher Warnschilder auf oder stellen Dachlatten am Gehweg schräg an die Hauswand, um auf das Risiko hinzuweisen. Mit einsetzendem Tauwetter steigt das Risiko nochmals, denn dann lösen sich auch nicht minder gefährliche Schneebretter von den Dächern. bub

Mehr von Saarbrücker Zeitung