1. Saarland

Fehlzeiten im Kreis zehn Prozent höher als im Bundesdurchschnitt

Fehlzeiten im Kreis zehn Prozent höher als im Bundesdurchschnitt

Zehn Prozent höher als im Bundesdurchschnitt liegen die Fehlzeiten der Arbeitnehmer im Kreis Merzig-Wadern laut dem jüngsten Gesundheitsreport der Barmer GEK für das Saarland. Bundesweit sind die Fehlzeiten im Vergleich zum Vorjahr um 1,7 Prozent angestiegen, im Saarland um 1,6 Prozent. Das entspricht einem Plus von 0,28 Krankentagen je Erwerbsperson.

"Im Kreis Merzig-Wadern waren im vergangenen Jahr im Vergleich zum Bundesdurchschnitt zwar 6,1 Prozent weniger Arbeitsunfähigkeits-Fälle zu verzeichnen, aber 10,1 Prozent mehr Fehltage", sagt Barmer-Bezirksgeschäftsführer Olaf Marquardt. Je 100 Versicherte waren das 110 Krankheitsfälle und 1874 Arbeitsunfähigkeitstage, bundesweit 118 Fälle und 1702 Tage.

Mehr psychische Erkrankungen

Maßgeblich mitverantwortlich für den bundesweiten Anstieg der Fehlzeiten von 2011 auf 2012 waren die ansteigenden Fälle mit Diagnosen psychischer Störungen. Insgesamt verursachen diese Erkrankungen aktuell 20,8 Prozent der Fehlzeiten und liegen damit nur noch knapp hinter den Muskel-Skelett-Erkrankungen (22,3 Prozent), dann folgen Atemwegserkrankungen und Verletzungen mit jeweils 11,9 Prozent. Die Arbeitsunfähigkeitstage wegen psychischer Erkrankungen lagen im Grünen Kreis um 20,3 Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Bezogen auf 100 Versicherte gingen damit bundesweit 320 Tage auf das Konto psychischer Erkrankungen, in Merzig-Wadern waren es sogar 385 Tage. Über dem Bundesschnitt lagen hier auch die Fehlzeiten wegen Muskel-Skelett-Erkrankungen, in der Regel Rückenschmerzen (plus 10,4 Prozent). Auf 100 Versicherte kamen bundesweit 394 Fehltage, im Grünen Kreis waren es 435 Tage.

Interpretation vielschichtig

Die Interpretation von Statistiken zu Arbeitsunfähigkeiten ist nicht einfach. Führen doch gesundheitliche Einschränkungen erst ab einer bestimmten individuellen Schwelle zur Krankschreibung. Marquardt: "Ein Arbeitnehmer kann schon lange unter leichteren Kopfschmerzen gelitten haben, ehe er wegen größerer Beschwerden vom Arzt krankgeschrieben wird."

Eine leichtere Fußverletzung kann bei ausschließlicher Bürotätigkeit am Schreibtisch durchaus ohne Fehlzeiten heilen. Dagegen kann eine identische Verletzung bei körperlich belastenden Tätigkeiten, beispielsweise bei Briefträgern oder Bauarbeitern, zu mehrwöchigen Arbeitsausfällen führen. Hinzu kommen unterschiedliche Berufs- und Altersstrukturen, die zu uneinheitlichen Zahlen führen.