1. Saarland

„Faust“ zu neuem Leben erweckt

„Faust“ zu neuem Leben erweckt

Die Theater-AG des Wendalinum-Gymnasiums brachte ihre Version des Goethe Klassikers um den Wissenschaftler Heinrich Faust auf die Bühne. Anlass war das zehnjährige Bestehen der Arbeitsgemeinschaft.

Dunkelheit füllt die Aula des Wendalinum-Gymnasiums. Alle Augen sind gespannt auf die Bühne gerichtet. Die Scheinwerfer gehen an, das Warten hat ein Ende. Die Theater-AG des Gymnasiums Wendalinum gibt ihre Schauspielkünste zum Besten und überzeugte damit auch die letzten Skeptiker klassischer Lektüre.

Anlässlich des zehnjährigen Bestehens der Theater-AG des Gymnasiums Wendalinum wurde am vergangenen Montag Goethes "Faust" für Schüler aufgeführt. Unter der Leitung von Philipp Schneider wurde der allseits bekannte Stoff um den Gelehrten Heinrich Faust zu neuem Leben erweckt.

"Erst waren die Mitglieder der Theater-AG kritisch. Faust ist kompliziert und wirkt oft abschreckend. Wir wollten mithilfe der Theateraufführung den Jugendlichen Faust nahe bringen und verständlich machen", erklärte Schneider. Faust, der unfähig ist, sein Leben zu genießen und ständig nach neuem Wissen strebt, lässt sich auf eine verhängnisvolle Wette ein und verspricht dem Teufel Mephisto seine Seele, falls es diesem gelinge, Faust von seiner Ruhelosigkeit zu befreien.

Mephisto verwandelt ihn daraufhin zurück in einen jungen Mann und nimmt ihn mit auf eine Reise. Dort trifft er Gretchen und die Tragödie nimmt ihren Lauf. Alle Schauspieler glänzten mit Textsicherheit, guten Gesten und starken Gesichtsausdrücken. Garry Konrath, der die Rolle des Wissenschaftlers Heinrich Faust übernahm, überzeugte mit viel Sinn für Humor.

Textpassagen modernisiert

So wurden beispielsweise einzelne Passagen des Originalstückes leicht verändert und sinngemäß in die moderne Jugendsprache übersetzt. Aus Goethes "Du musst die Dirne mir schaffen" wurde kurz und knapp "Mach sie mir klar".

"Mir war es wichtig, dass die Jugendlichen auch bei der Textgestaltung mitwirken konnten. Mit der Zeit haben sie sich richtig in das Stück und ihre Rolle versetzen können und bekamen Spaß am Spielen ", so der Regisseur und ehemalige Schüler des Wendalinum.

Und Spaß am Spielen hatten offensichtlich alle der Theater-AG. Zu Höchstleistungen lief Noémie McKenzie auf, die neben ihrer Rolle des Mephistopheles aus krankheitsbedingten Gründen kurzfristig auch noch die Gretchens übernahm.

Nach knapp 90 Minuten war das Werk vollbracht, und das Publikum belohnte die Schauspieler mit Applaus und Jubelschreien.

Vielleicht konnte die Frage "Was die Welt im Innersten zusammenhält" nicht endgültig geklärt werden, dafür konnte aber die Abneigung vieler Schüler und Schülerinnen der Tragödie "Faust" gegenüber an diesem Montagmorgen um einiges gelindert werden.

Zum Thema:

Auf einen BlickDarsteller: Justine Hubertus (Direktor, Gott, Chor); Hannah Geitlinger (Dichter, Schüler, Chor); Aline Balling (Lustige Person, Hexe, Chor); Noémie McKenzie (Mephisto und Magarete); Garry Konrath (Heinrich Faust); Dominik Montada (Wagner, Bruder von Margarete, Chor); Anne Hanauer (Magarete); Technik: Annika Geiß (Licht); Lisa-Marie Lösch (Ton). mcp