Fastnacht macht nicht jeden froh

Fastnacht macht nicht jeden froh

Köllertal. Reinhard Boßmann (58), Technischer Sachbearbeiter aus Püttlingen, interessiert sich wenig für die Faschingszeit. "Ich verbringe Fasching genauso wie den Rest des Jahres. Eine so genannte ,närrische Zeit' existiert für mich nicht. Vor allem kann ich mich nicht dafür begeistern, dass die Menschen in dieser Zeit Alkohol im Übermaß trinken

Köllertal. Reinhard Boßmann (58), Technischer Sachbearbeiter aus Püttlingen, interessiert sich wenig für die Faschingszeit. "Ich verbringe Fasching genauso wie den Rest des Jahres. Eine so genannte ,närrische Zeit' existiert für mich nicht. Vor allem kann ich mich nicht dafür begeistern, dass die Menschen in dieser Zeit Alkohol im Übermaß trinken." Auch der Schlosser Frank Lind aus Köllerbach teilt diese Meinung. Er hat die fünfte Jahreszeit sogar in der Jugend nicht gemocht. "Die aufgesetzte Fröhlichkeit und alles, was zu Fasching dazu gehört, ist absolut nicht mein Ding", schildert der 45-Jährige. Mit dieser spezifischen Fröhlichkeit hat auch Sachbearbeiterin Karin Schneider (46) ein Problem. "Ich lache gerne, aber Fasching ist mir zu albern. Allein schon die komischen Kappen, die die Mitglieder der Karnevalsvereine bei den Kappensitzungen tragen, sind mir ein Graus. Als Kind habe ich mich gerne verkleidet, heute schaue ich mir nur hin und wieder mal einen Umzug an, allerdings nur meinen Kindern zuliebe." Die 48-jährige Hausfrau Margit Kattler aus Köllerbach geht, was Fasching betrifft, eher einen Mittelweg: "Ich schaue mir gerne die Umzüge an. Meine Tochter wird sich zusammen mit ihrem Verein auch daran beteiligen. Kappensitzungen gefallen mir jedoch nicht. Ich kann bei diesen Veranstaltungen einfach nicht lachen. Früher habe ich mich immer gerne verkleidet, heute gehe ich während der Faschingstage lieber ohne Kostüm und in normaler Kleidung aus dem Haus." Dominick Klein (21) ist da ganz anderer Meinung. Als wir ihn treffen, sucht er in einem Köllerbacher Kostümverleih gerade nach dem passenden Dress für die närrischen Tage. "Fasching ist für mich eine willkommene Abwechslung vom Alltag. Welche Veranstaltungen ich besuche und als was ich mich verkleide, ist aber noch nicht klar. Auch in den vergangenen Jahren habe ich fast immer Kappensitzungen und verschiedene Umzüge besucht. Das wird wohl auch in diesem Jahr wieder auf meinem Programm stehen." Sandra Lesch (32) mag die Fünfte Jahreszeit ebenfalls. Auch sie ist gerade im Kostümverleih und hat soeben ein Marienkäfer-Kostüm anprobiert. "Fasching ist für mich eine Zeit, in der man mal so richtig aus sich rausgehen kann. Ich werde wohl einige Umzüge besuchen, und an Weiberfasching ist traditionell eine Kneipentour mit meinen Freundinnen geplant. Zu Hause habe ich noch mehrere Kostüme auf Lager. Ich werde mich noch zwischen Zimmermädchen, Teufel oder eben Marienkäfer entscheiden." bub

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