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Familie ist wichtiger als Schenken

Familie ist wichtiger als Schenken

Die einen haben ihre Weihnachtsgeschenke schon parat. Andere kaufen spontan ein. Und manche Völklinger verzichten ganz aufs Schenken, rücken zu Weihnachten das Familientreffen in den Vordergrund.

Weihnachten steht vor der Tür. Wer jetzt noch keine Weihnachtsgeschenke hat, dem bleiben nur noch zwei Wochen, um welche zu besorgen. Wir wollten wissen, wie weit die Völklinger mit ihren Weihnachtseinkäufen sind, und haben uns deshalb in der Innenstadt umgehört.

"Die meisten fahren nach Saarbrücken, um ihre Weihnachtsgeschenke zu kaufen. Aber ganz knapp vor Weihnachten kommen noch viele Leute zu uns, um das eine oder andere Geschenk zu besorgen", sagt Giovanna Vitello, die als Aushilfe im Geschäft Papillon arbeitet. "Ich selbst habe meine Weihnachtsgeschenke schon Anfang November besorgt, denn ich liebe es, zu schenken und Geschenke zu kaufen", erzählt die 23-Jährige, die in Wadgassen wohnt. Für etwa acht bis neun Geschenke, die die gelernte Arzthelferin an ihre Familie und Freunde verteilt, habe sie zwischen 300 und 400 Euro ausgegeben.

Monika Brück ist guter Dinge, denn sie muss nur noch ein Geschenk für Weihnachten besorgen: "Für Patensohn, Nichte und Neffe sind die Geschenke schon sicher, pro Kopf habe ich schätzungsweise 30 Euro ausgeben", verrät uns die Völklingerin. "Jetzt suche ich nur noch was für meinen Mann. Da schaue ich und kaufe, was mir spontan gut gefällt", sagt die 52 Jahre alte Selbstständige.

Auch Hans-Jörg Freitag aus Völklingen lässt sich beim Schlendern durch die Geschäfte zu Geschenkideen inspirieren. "Wenn ich ehrlich bin, weiß ich noch nicht genau, was ich jedem schenken möchte. Nächste Woche, wenn ich Urlaub habe, gehe ich zum Geschenke kaufen in die Stadt", so der 48-jährige Frankierer. Zwischen 200 und 300 Euro seien für die Ausgabe von Geschenken für Frau und Familie eingeplant.

Isabel Engels lacht und sagt: "Wegen der Schule konnte ich bis jetzt noch keine Geschenke besorgen, aber ich habe ja noch zwei Wochen Zeit." Für die meisten der Geschenke hat die 18-Jährige bereits Ideen, beim Rest will sie spontan entscheiden. "Familie und Freunde bekommen etwas Persönliches, aber auch nur Kleinigkeiten, denn das Geld ist meistens knapp", sagt Engels, die in Völklingen zur Schule geht.

"Mit meiner Tochter beispielsweise habe ich die Vereinbarung getroffen, dass wir uns gegenseitig nicht mehr beschenken. Denn es ist doch so, dass man alles hat, was man braucht. Und bevor man etwas kauft, das dem anderen nicht gefällt, haben wir uns darauf geeinigt, dass wir das mit den Geschenken lassen", schildert Gertrud Zimmer, die wir beim Einkaufen in Völklingen treffen. "Meine drei Enkelkinder bekommen natürlich was. Die sind zwischen sechs und zwölf Jahre alt und wünschen sich Handys und Spielkonsolen. Dafür gebe ich knapp 400 Euro aus", verrät uns die 58-Jährige Fachmetzgereiverkäuferin.

Susanne Adler ist das gemütliche Zusammensein wichtiger als die Geschenke. "Für meine zwei Kinder habe ich noch nichts besorgt, aber die sind schon groß und bekommen meistens Geld. Ansonsten haben wir eigentlich eine Abmachung, dass wir uns nichts schenken", berichtet die medizinische Fachangestellte. Doch trotz Abmachung sei es schon vorgekommen, dass jemand ein Geschenk gekauft hatte. "Das ist einem dann unangenehm, und ich finde man sollte sich auch an diese Abmachung halten", meint die 44-Jährige aus Ludweiler. "Manchmal verschenke ich auch Handarbeiten, wie zum Beispiel Schal oder Strümpfe."

Dass man an Weihnachten mit seiner Familie zusammen ist, hat auch für Margret Rose einen hohen Stellenwert - Geschenke sind für sie dabei unwichtig geworden. "Wir schenken uns gegenseitig nur Kleinigkeiten und genießen das Zusammensein. Schon voriges Jahr haben wir das so gemacht, dass wir anstatt der Geschenkeauspackerei am Heiligabend zusammen gemütlich einen Wein trinken", sagt die 62-Jährige, die in einer Apotheke in Völklingen arbeitet.