1. Saarland

Familie aus Holz beklagt Wegfall der Buslinie 174

Familie aus Holz beklagt Wegfall der Buslinie 174

Nach einem Beschluss des Zweckverbandes wurde die Buslinie 174 zwischen Göttelborn und Saarbrücken eingestellt. Eltern aus Holz beschweren sich nun über die „unzumutbar lange“ Heimfahrt ihrer Kinder von der Schule.

Bislang nutzten Schüler aus Wahlschied und Holz die RSW- Buslinie 174, um ohne Umsteigen zu ihren Schulen in Saarbrücken zu gelangen. Ab heute gibt es diese von Saar-Pfalz-Bus bediente Linie jedoch nicht mehr. Stattdessen wurde die RSW-Linie 172, die bisher von Göttelborn durch das Fischbachtal nach Saarbrücken fuhr, über Wahlschied und Holz zum Saarbahn-Haltepunkt Riegelsberg-Süd verlängert. Laut Alexander Lill vom Zweckverband für den ÖPNV im Regionalverband sollen mit der neuen Verbindung Kosten eingespart werden. Der Verband wurde gegründet, um über die Linienführungen des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) im Regionalverband zu entscheiden. Lill: "Die Abschaffung der Linie 174 war eine politische Entscheidung, um Kosten einzusparen. Die neue Führung der Linie 172 bringt nur eine geringfügige Verschlechterung für Nutzer."

Die Familie Anstett aus Holz, deren Kinder das Gymnasium am Schloss in Saarbrücken besuchen, ist jedoch ganz anderer Meinung, wie Monika Anstett in einem Schreiben an die Saarbrücker Zeitung feststellt: "Meine Kinder haben ab 1. Juli keine Busverbindung mehr, mit der sie in zumutbarer Zeit nach Unterrichtsende nach Hause kommen können. Sie können nach Schulschluss um 13.20 Uhr die Saarbahn mit Busanschluss um 13.30 Uhr ab Landwehrplatz fast unmöglich erreichen. Das heißt, sie müssten eine Wartezeit von über einer Stunde bis zur nächsten Bahn in Kauf nehmen und wären erst um 15.09 Uhr wieder zu Hause - dies ist unzumutbar. Gleiche Probleme entstehen nach der siebten Stunde."

Die Familie Anstett ist auch darüber verärgert, dass ihr die neue Linienführung erst wenige Tage vor dem Termin in einem Brief mitgeteilt wurde. Auf ihre Beschwerden hin sei ihr gesagt worden, dass an dieser politischen Entscheidung nichts mehr zu rütteln sei und dass wegen einer gestrichenen Linie der Saarbahn-Fahrplan nicht geändert werde. "Für Holz bedeutet der Wegfall der Linie 174 einen Rückschritt und eine Minderung der Wohnqualität", stellt Monika Anstett nicht ohne Groll fest.

Alexander Lill erklärt noch, dass bei der Planung von Linien des ÖPNV alle Fakten und dabei auch die Unterrichtszeiten an den Saarbrücker Schulen berücksichtigt würden. Er bot der Holzer Familie seine Mithilfe beim Finden einer günstigen Verkehrsverbindung an.