Fakten, Kontakte und Perlhuhnbrust

Fakten, Kontakte und Perlhuhnbrust

Göttelborn. Zum bereits 60. Mal war das Restaurant Flöz in der ehemaligen Kaffeeküche des Bergwerks Göttelborn Veranstaltungsort des sogenannten Businesslunches

Göttelborn. Zum bereits 60. Mal war das Restaurant Flöz in der ehemaligen Kaffeeküche des Bergwerks Göttelborn Veranstaltungsort des sogenannten Businesslunches. Das Geschäftsmittagessen wird im vierteljährlichen Wechsel organisiert von der Industrie- und Handelskammer (IHK), dem Club des Affaires Saar-Lorraine, dem Wirtschaftsclub Saar-Pfalz-Moselle, dem Marketing-Club Saar, den Wirtschaftjunioren, der Handwerkskammer sowie dem Arbeitskreis Wirtschaft. "Gutes Essen, der Vernetzungsgedanke sowie ein interessanter Vortrag - dieser Dreiklang ist die Grundidee der Veranstaltung", erklärte Carsten Meier, der für strategische Planung, Koordination und Grundsatzfragen bei der IHK verantwortlich zeichnet, "es ist immer ein kleiner Kreis von 30 bis 100 Unternehmern, je nach Thema."Diesmal sprach Oliver Groll, Leiter des Geschäftsbereichs International der IHK zum Thema "Geschäftsmodell Saar-Export. Verlässliche Grundlage in unsicheren Zeiten?'". "Das Thema ist höchst aktuell", betonte der 51-jährige Diplom-Kaufmann, "wir knacken fleißig Rekorde, aber das ungute Gefühl bleibt, ob es so weitergeht." Diese Unsicherheit wollte Groll seinen rund 30 Zuhörerinnen und Zuhörern - darunter auch die Bundestagsabgeordnete Nadine Schön (CDU) - nehmen.

"Die Zielländer unserer Exporte finden sich nicht mehr ausschließlich in der europäischen Union", erklärte Groll, obwohl noch immer gut 60 Prozent aller ausgeführten Waren innerhalb der Gemeinschaft bleiben, "in den letzten zehn Jahren sind die Schwellenländer immer wichtiger geworden. Vor allem China, dort haben wir eine positive Handelsbilanz." Das bedeutet, das Saarland liefert mehr ins Reich der Mitte, als es umgekehrt einführt. Auch die USA, Türkei und Russland seien wichtige Absatzmärkte der Saarwirtschaft. Im Saarland betreiben bis zu 2000 Firmen Geschäfte im Ausland. Viele davon sind mittelständische Unternehmen. "Die meisten Firmen haben zwischen 50 und 500 Mitarbeiter", sagte Groll, "sie begreifen sich selbst als innovativ, bleiben mit ihrer Technologie im Vorsprung."

Diese Firmen hätten genau aus diesem Grund auch die zum Teil zweistelligen Einbußen im Krisenjahr nicht nur gut weggesteckt, sie hätten sie mittlerweile sogar mehr als aufgeholt. Zwar müsse man sich wegen der Lage in Griechenland und des zu befürchtenden Domino-Effekts (weitere Länder könnten durch einen griechischen Bankrott in eine ähnliche Lage geraten) Gedanken machen, direkte Auswirkungen auf die Saar-Betriebe befürchtet Groll aber nicht: "Die Griechen liegen auf Platz 47 unserer Handelspartner, noch hinter Zypern."

Der 60. Businesslunch war aber auch kulinarisch wieder ein Höhepunkt. Gefüllte Perlhuhnbrüstchen, Salmmedaillons und andere Leckereien erfreuten die Gaumen der Gäste. "Auch die angeregten Gespräche zu unseren Themen, die allesamt den Standort nach vorne bringen sollen, gehören zum Businesslunch", erklärte Carsten Meier und fügte schmunzelnd hinzu: "Es gab sogar schon ein paar Geschäftsabschlüsse hier."