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Fachkräftemangel: Saar-Arbeitgeber klagen über Folgen der Rente mit 63

Fachkräftemangel : Saar-Arbeitgeber klagen über Rente mit 63

Unternehmensverbände sehen den Mangel an Fachkräften dadurch verschärft, dass viele Arbeitnehmer vorzeitig in Ruhestand gehen.

Eine „Schieflage zugunsten der älteren Generation“ sieht die Vereinigung der Saarländischen Unternehmensverbände (VSU) in der Rentenpolitik der Bundesregierung. Hauptgeschäftsführer Joachim Malter stört sich vor allem am „Wahlkampfgeschenk“ der Rente mit 63. Sie verschärft aus seiner Sicht den Fachkräftemangel im Saarland, der zumindest in einigen Branchen im Land ein großes Problem sei.

Damit liegt Malter auf einer Linie mit der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA). Deren Hauptgeschäftsführer Steffen Kampeter sagt, der Fachkräftemangel in Deutschland werde „mit einer fehlgeleiteten Rentenpolitik“ weiter befeuert.

Für VSU-Hauptgeschäftsführer Joachim Malter geht die Rente mit 63 zulasten der jüngeren Generation. Foto: Becker&Bredel. Foto: BeckerBredel

Seit Juli 2014 können Arbeitnehmer nach mindestens 45 Jahren Einzahlung in die Rentenkasse bereits ab 63 Jahren abschlagsfrei in Rente gehen. Von dieser Regelung machten nach Zahlen der Deutschen Rentenversicherung innerhalb von drei Jahren rund 735 000 Arbeitnehmer Gebrauch. Im Saarland waren es demnach zwischen 2015 und 2017 gut 8500 Personen. „Das ist nicht ohne“, sagt Malter. Darunter seien eben auch viele industrielle Facharbeiter, die gerade in der Saar-Wirtschaft ein wichtiger Faktor seien.

Eugen Roth, oberster Vertreter des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) im Saarland, sieht in den Klagen der Arbeitgeber dagegen ein Ablenkungsmanöver: Aus seiner Sicht würden viele Fachkräfte auch länger arbeiten, wenn die Unternehmen ihnen nur „altersgerechte Angebote“ machen würden. Ganz grundsätzlich müssten sich Arbeitgeber mehr anstrengen, um für potenzielle Arbeitnehmer attraktiver zu werden. Nur so könne man dem Fachkräftemangel in einigen Branchen, wie zum Beispiel der Pflege, entgegenwirken.