Kürzere Öffnungszeiten drohen: Fachkräftemangel bringt Saar-Tourismus in Gefahr

Kürzere Öffnungszeiten drohen : Fachkräftemangel bringt Saar-Tourismus in Gefahr

Gastwirte und Hoteliers müssen trotz wachsender Umsätze Öffnungszeiten und Angebote reduzieren.

Die saarländischen Gaststätten und Hotels machen nach einer neuen Umfrage der Industrie- und Handelskammer  höhere Umsätze. 30 Prozent der befragten Hotels und 43 Prozent der Gaststätten nehmen nochmals mehr Geld ein als im Rekordjahr 2016. Insgesamt gehen rund 90 Prozent der Betriebe davon aus, das Vorjahresergebnis halten oder übertreffen zu können. „Der Tourismus im Saarland ist weiter auf Wachstumskurs“, sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Heino Klingen.

Allerdings findet die Branche kaum noch Fachkräfte. Deshalb drohen jetzt deutliche Einschränkungen in den Angeboten. Laut IHK gehört der Fachkräftemangel „mit weitem Abstand zum größten Risiko“ für eine erfolgreiche Entwicklung im saarländischen Tourismus. Mehr als jeder zweite Betrieb gab an, derzeit kaum noch offene Stellen besetzen zu können. Knapp 40 Prozent der Unternehmen lehnen inzwischen zusätzliche Aufträge ab oder schränken ihr Angebot ein.

Nach Ansicht des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) Saar müssen sich Gäste in immer mehr Häusern auf zwei Ruhetage statt bisher einem einstellen. In Vier-Sterne-Hotels werde diskutiert, Restaurants nur noch an fünf Tagen zu öffnen. Generell müsse man sich auf kürzere Öffnungs- und Essenszeiten einstellen, sagte Dehoga-Hauptgeschäftsführer Frank C. Hohrath der SZ. Da man auch kaum noch Köche finde, werde es auf vielen Speisekarten mehr Fertigware geben. Auf dem flachen Land fänden selbst alteingesessene Familienbetriebe kein Personal mehr.

Mark Baumeister, Geschäftsführer der Gewerkschaft NGG, rechnet zudem mit einem Verdrängungswettbewerb. Bestehen könne nur noch, wer faire Arbeitsbedingungen und eine gute Bezahlung biete. Unattraktive Arbeitszeiten sowie Verstöße gegen entsprechende Regelungen, viele unbezahlte Überstunden sowie insgesamt die Bezahlung seien Hauptgründe für junge Menschen, andere Berufe zu ergreifen.

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