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Facebook warnt Minderjährige jetzt vor öffentlichen Einladungen

Facebook warnt Minderjährige jetzt vor öffentlichen Einladungen

Saarbrücken. Es ist lediglich ein Klick mit dem Zeigefinger auf die Maus, ein Häkchen verschwindet und die Einladung zur Party beim sozialen Netzwerk Facebook bleibt privat. Wenn - gewollt oder ungewollt - dieser Klick unterbleibt, können sich allerdings schnell mal tausende Facebook-Nutzer angesprochen fühlen und wie zuletzt am 23

Saarbrücken. Es ist lediglich ein Klick mit dem Zeigefinger auf die Maus, ein Häkchen verschwindet und die Einladung zur Party beim sozialen Netzwerk Facebook bleibt privat. Wenn - gewollt oder ungewollt - dieser Klick unterbleibt, können sich allerdings schnell mal tausende Facebook-Nutzer angesprochen fühlen und wie zuletzt am 23. Juli im kleinen Ort Numborn zu einer Riesen-Sause auflaufen, zertrampelte Vorgärten und ein großer Polizeieinsatz inbegriffen. 165 000 Euro soll die Party gekostet haben - den Steuerzahler wohlgemerkt.Um das Risiko ungewollter Partys zu minimieren, hat Facebook reagiert: Minderjährigen, die zu einer Veranstaltung einladen, wird ab sofort ein zusätzlicher Hinweis auf ihrem Bildschirm angezeigt. "Du bist dabei eine öffentliche Veranstaltung zu erstellen", lesen sie dort und können entscheiden, ob nicht besser doch nur Freunde eingeladen sind.

Für den saarländischen Innenminister Stephan Toscani (CDU) ist "das ein erster Schritt in die richtige Richtung". Toscani teilte gestern mit, dass Facebook ihm die entsprechende Änderung zugesagt hatte. Ein Facebook-Sprecher wiederum bestätigte, dass die Änderung gestern versuchsweise in Kraft getreten sei. "Ein auffälliger Hinweis wird bei den ersten beiden Malen angezeigt, wenn eine öffentliche Veranstaltung erstellt wird. Er unterstreicht, dass die Veranstaltung öffentlich und für alle sichtbar sein wird", so der Sprecher. Zudem soll ausgewertet werden, was der Hinweis bringt.

Facebook habe sich in Deutschland mit zahlreichen örtlichen Behörden, Politikern und der Polizei in Verbindung gesetzt, um zu erläutern, wie solche Partys verhindert werden könnten, erklärte der Sprecher. Bei dem weltumspannenden Netzwerk geht man davon aus, dass die Änderung das aktuelle System sinnvoll ergänzt.

Für den saarländischen Innenminister Toscani geht der Hinweis allerdings nicht weit genug. Er plädierte gestern erneut dafür, einen angemessenen Schutz für alle Nutzer zu bieten und das vorgegebene Häkchen für "Öffentliche Veranstaltung" zu entfernen.

Facebook-Vertreter und Toscani treffen sich demnächst zu einem Gespräch - in der realen Welt, hieß es gestern aus dem Innenministerium. Dort dürfte das kleine Häkchen erneut für Diskussionsstoff sorgen.