Experten raten zu strikter Hygiene in Altenpflegeheimen

Experten raten zu strikter Hygiene in Altenpflegeheimen

Dillingen. Um die Bekämpfung von Infektionskrankheiten in Alten- und Pflegeeinrichtungen drehte sich gestern in Dillingen die 11. Fachtagung des Berufsverbandes der Hygiene-Inspektoren Saar-Lor-Lux und des Landesverbands der Ärzte des öffentlichen Gesundheitsdienstes. "Anforderung an die Hygiene", lautete der Titel zur Fachtagung, an der 350 Mitarbeiter aus der Pflege teilnahmen

Dillingen. Um die Bekämpfung von Infektionskrankheiten in Alten- und Pflegeeinrichtungen drehte sich gestern in Dillingen die 11. Fachtagung des Berufsverbandes der Hygiene-Inspektoren Saar-Lor-Lux und des Landesverbands der Ärzte des öffentlichen Gesundheitsdienstes. "Anforderung an die Hygiene", lautete der Titel zur Fachtagung, an der 350 Mitarbeiter aus der Pflege teilnahmen.Eine hohe Anforderung an die Hygiene ist notwendig, wenn sich ein Heimbewohner den Umweltkeim "Clostridium difficile" zugezogen hat, ein Erreger von Durchfallerkrankungen in Zusammenhang mit einer Antibiotikabehandlung. "Ein zunehmendes Problem auch in Pflegeeinrichtungen", erklärte Dr. Lutz von Müller vom Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene an der Uniklinik des Saarlandes. Die Diagnose sei schnell gestellt, danach gelte es, den Patienten zu isolieren. Das Personal müsse dabei die Hygienemaßnahmen strickt einhalten, wie die Desinfektion und Reinigung von Flächen oder die sachgerechte Desinfektion von medizinischen Produkten, wie Fieberthermometer oder Stethoskope. Die Händedesinfektion sei das A und O, um eine Übertragung auf andere Patienten zu vermeiden. Die Isolation des Betroffenen könne aufgehoben werden, sobald der Durchfall weg ist. "Eine längere Isolation als Vorsichtsmaßnahme ist nicht notwendig", erklärte Müller. Eine Isolation eines am MRSA-Erreger (Methicillin-resistente Staphylococcus aureus) infizierten bettlägerigen Patienten sei nicht nötig, wie Dr. Harald Michels, Leiter des Gesundheitsamtes Trier, aufzeigte. Stimmten die Basismaßnahmen zur Hygiene, sei das Risiko gering, dass der Patient Überträger des Erregers werde. Michels sieht die vorgegebenen Hygienevorschriften generell als ausreichend. "Sie müssen aber auch in der Praxis mit Leben gefüllt werden", sagte er der SZ. hth