Experten fordern im Saarland Rauchmelder auch für Altbauten

Experten fordern im Saarland Rauchmelder auch für Altbauten

Tholey/Saarbrücken. Wieder einmal haben Rauchmelder Leben gerettet: Bei einem Wohnhaus-Brand in Tholey blieben am Mittwoch alle sieben Insassen unverletzt (die SZ berichtete). Ihr Glück im Unglück: Das Haus war mit Rauchmeldern ausgestattet. "Ich bin nur wach geworden, weil der Rauchmelder dröhnte", sagte ein 16-jähriges Mädchen, deren Zimmer direkt neben dem Brandherd liegt

Tholey/Saarbrücken. Wieder einmal haben Rauchmelder Leben gerettet: Bei einem Wohnhaus-Brand in Tholey blieben am Mittwoch alle sieben Insassen unverletzt (die SZ berichtete). Ihr Glück im Unglück: Das Haus war mit Rauchmeldern ausgestattet. "Ich bin nur wach geworden, weil der Rauchmelder dröhnte", sagte ein 16-jähriges Mädchen, deren Zimmer direkt neben dem Brandherd liegt.Einige Geräte sind schon für fünf Euro zu bekommen. Sie sollten vor allem in Schlafräumen und auf Fluchtwegen installiert werden. In Deutschland haben jedoch laut Forsa-Umfrage nur ein Drittel der Haushalte Rauchmelder. Nach Schätzungen der Initiative "Rauchmelder retten Leben" gibt es bundesweit jährlich 500 Todesopfer durch Brände. Im Saarland waren es 2010 laut Polizei zehn Menschen.

Die Installation von Rauchmeldern ist im Saarland seit 2004 gesetzlich vorgeschrieben. Das gilt für alle Gebäude, die seitdem gebaut oder umgebaut wurden. "Wir waren in der Hinsicht bundesweit Vorreiter", sagt Detlef Köberling, Vorsitzender des Landesfeuerwehrverbandes. "Inzwischen haben uns andere Bundesländer überholt." Denn: Im Saarland gilt die Feuermelderpflicht bis heute nicht für Altbauten. Sieben andere Bundesländer haben dagegen inzwischen eine Nachrüst-Pflicht eingeführt. Der Landesfeuerwehrverband fordert das seit Jahren auch fürs Saarland.

Doch bislang ist keine Gesetzesänderung geplant. "Eine Ausweitung der Vorschrift auf Altbauten wäre rechtlich hoch kompliziert", sagt eine Sprecherin des Umweltministeriums. Auch die Durchsetzung der Vorschrift wäre schwierig. Die Landesregierung baue stattdessen auf Eigenverantwortung: "Die Verbraucher wissen, das Rauchmelder lebensrettend seien können", so die Sprecherin. Dazu trügen nicht zuletzt Aufklärungskampagnen der Feuerwehren bei.

Aber: "Es ist erschreckend, wie viele Leute nicht wissen, dass sie von Feuer und Rauch nicht aufwachen", sagt Köberling. Auch seien einige in der Hinsicht beratungsresistent: "Es gibt nach wie vor Menschen, die sagen: 'So etwas brauche ich nicht.'" gda

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