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Europa-Union für Müll-Austausch

Europa-Union für Müll-Austausch

Saarbrücken. In die Debatte um die grenzüberschreitende Müllentsorgung zwischen dem Saarland und Lothringen kommt weitere Bewegung. So hält es die Europa-Union für vernünftig, im Gegenzug zur Verbrennung von lothringischen Abfällen in der Neunkircher Müllverbrennungsanlage saarländische Bioabfälle in Forbach behandeln zu lassen

Saarbrücken. In die Debatte um die grenzüberschreitende Müllentsorgung zwischen dem Saarland und Lothringen kommt weitere Bewegung. So hält es die Europa-Union für vernünftig, im Gegenzug zur Verbrennung von lothringischen Abfällen in der Neunkircher Müllverbrennungsanlage saarländische Bioabfälle in Forbach behandeln zu lassen.

Der Landesvorsitzende der Europa-Union, Hanno Thewes, forderte Umweltministerin Simone Peter (Grüne) auf, ihre kritische Haltung gegenüber den Kooperationsplänen des EVS zu überdenken. Das Vorhaben des EVS, den saarländischen Biomüll in Forbach zu verwerten und Hausmüll aus Lothringen in der Müllverbrennungsanlage in Neunkirchen zu entsorgen, sei ein positives Beispiel für die interregionale Zusammenarbeit im Saar-Lor-Lux-Raum. "Das hat Vorbildcharakter und darf kein Übergangsmodell sein", meinte Thewes.

Darüberhinaus sei dieser Ansatz auch ökologisch sinnvoll: Forbach liege im Einzugsbereich des Ballungsraums Saarbrücken, von "Mülltourismus" könne keine Rede sein. Gleichzeitig habe Neunkirchen Überkapazitäten.

Unterdessen machen sich die Überkapazitäten der beiden saarländischen Müllverbrennungsanlagen in Velsen und Neunkirchen immer stärker bemerkbar. So geht aus der Abfallbilanz 2009 hervor, dass im Saarland im vergangenen Jahr nur noch knapp 290 000 Tonnen Abfälle anfielen, während die Verbrennungskapazität bei knapp 400 000 Tonnen liegt. Insofern wurden vor allem aus Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg zusätzliche Abfallmengen in einer Größenordnung von knapp 90 000 Tonen herangeschafft, um die Müllöfen auszulasten und einen Beitrag zur Deckung der Kosten zu leisten.

Unterdessen stellte das Umweltministerium klar, dass es das Ziel sei, die Abfallmengen weiter zu reduzieren, um ab 2016 auf die Müllverbrennungsanlage Neunkirchen verzichten zu können. Ferner sei man für eine energetische Verwertung des Biomülls im Saarland. Dazu sagte EVS-Geschäftsführer Karl Heinz Ecker: "Wir sind schon an einer saarländischen Lösung interessiert. Doch der Preis muss stimmen."