1. Saarland

Eulenbach erblickt wieder das Sonnenlicht

Eulenbach erblickt wieder das Sonnenlicht

St. Gangolf. Im Rahmen einer naturschutzrechtlichen Bereisung haben kürzlich Mitarbeiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSA) Saarbrücken, des Umweltministeriums, des Landesamtes für Umweltschutz und der Bundesanstalt für Gewässerkunde Koblenz die jüngst fertiggestellte Renaturierungsmaßnahme nahe St. Gangolf besucht

St. Gangolf. Im Rahmen einer naturschutzrechtlichen Bereisung haben kürzlich Mitarbeiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSA) Saarbrücken, des Umweltministeriums, des Landesamtes für Umweltschutz und der Bundesanstalt für Gewässerkunde Koblenz die jüngst fertiggestellte Renaturierungsmaßnahme nahe St. Gangolf besucht. Mit dabei waren Vertreter der angrenzenden Kommunen und der WSA-Direktion Südwest Mainz.Gemeinsam mit dem Grundstückseigentümer von Boch wurde die Kompensationsmaßnahme "Stahlerwies" in einer ersten Bewertung vorabgenommen. Dabei bescheinigten die Teilnehmer dem Planungsbüro Lange sowie der Baufirma Wacht eine äußerst gelungene Umsetzung aller Vorgaben. Der ursprünglich in unterirdischen Röhren verlaufende Eulenbach hatte im Rahmen der Maßnahme wieder das "Licht der Sonne" erblickt.

Zudem waren die anliegenden Wiesenflächen wieder als Biotop zurückgebaut worden. Die Entwicklung naturnaher, ungenutzter, feuchteabhängiger und auentypischer Strukturen stand bei den Planungen im Vordergrund. Insgesamt diente das Projekt der Beseitigung von Kompensationsdefiziten, die durch den Saarausbau entstanden waren. Diese sollten im Bereich des Merziger Beckens durch die ökologischen Kompensationsmaßnahmen St. Gangolf und im Saaraltarmbereich Schwemlingen-Ripplingen ausgeglichen werden.

"Die Maßnahme Stahlerwies St. Gangolf stellt eine bedeutsame Teilmaßnahme im Gesamtkompensationskonzept der Schlussbilanzierung Saarausbau dar", betonte Udo Weyrath vom Umweltministerium. Durch eine vorbildliche zielorientierte Planung und Ausführung sei die Basis für eine naturschutzfachlich hochwertige Entwicklung dieser Fläche geschaffen worden. "Es ist zu erwarten, dass sich die standorttypischen Lebensgemeinschaften mit den charakteristischen Pflanzen- und Tierarten in relativ kurzer Zeit etablieren werden", hoffte Weyrath. Albert Schöpflin, Amtsleiter des WSA Saarbrücken, bedankte sich bei allen, die bei der Umsetzung der Baumaßnahme ihren Beitrag geleistet hatten. owa

Auf einen Blick

Wegen des Saarausbaus waren im Bereich des saarländischen Teilabschnittes auf einer Fläche von insgesamt 48 Hektar Kompensationsmaßnahmen zu leisten. Erste Untersuchungen im Jahr 2007 ergaben, dass die Stahlerwies St. Gangolf als Teilkompensationsfläche zur Ansiedlung unterschiedlicher Biotoptypen besonders geeignet sei. Die Renaturierung des Eulenbaches, die Ansiedlung feuchteabhängiger Pflanzen wie Röhricht, Hochstauden und Seggenrieden waren Bestandteil des Konzeptes.

Jetzt, nach Fertigstellung, wird das Gebiet am Eulenbach im Auftrag des WSA auf die Dauer von zehn Jahren beobachtet, um bei Bedarf zielgerichtete Hinweise geben zu können. Erste Kartierungen der Flächen nach erfolgter Fertigstellung hätten bereits begonnen, hieß es aus dem Umweltministerium. owa