EU-Ministerkonferenz spricht über Cattenom

Perl/Berlin · Die saarländische Europabevollmächtige Helma Kuhn-Theis nutzte die Europaministerkonferenz in Potsdam, um mit Günter Oettinger über Cattenom und den saarländischen Wunsch nach Schließung zu sprechen.

 Helma Kuhn-Theis und Günther Oettinger Foto: Mayer

Helma Kuhn-Theis und Günther Oettinger Foto: Mayer

Foto: Mayer

Bei der Europaministerkonferenz an Donnerstag in Potsdam stellte EU-Energiekommissar Günther Oettinger die neuen Sicherheitsregeln der Europäischen Union für Kernkraftwerke vor (die SZ berichtete).

Unabhängige Kontrollgremien

Oettinger betonte dabei, dass besonders die Stärkung der Unabhängigkeit der Kontrollgremien sowie die zwingende Erfüllung von Sicherheitsauflagen, die das Ergebnis der Überprüfung sein können, große Bedeutung für die Reaktorsicherheit in der EU haben. Zudem müssen künftige ausreichende Hochwasserschutzmaßnahmen, Fortbildungen der Belegschaft und eine sichere Notfallstromversorgung vorgehalten werden.

Insgesamt 750 Störfälle

Die saarländische Europabevollmächtige Helma Kuhn-Theis nahm an der Konferenz teil. Während der Beratungen mit EU-Kommissar Günther Oettinger schilderte sie die Häufung der Störfälle im französischen Kernkraftwerk Cattenom und erinnerte an die großen Sorgen und Ängste der Bevölkerung in der Großregion.

Kuhn-Theis, die auch Kreisvorsitzende der CDU in Merzig-Wadern ist, unterstrich gegenüber dem EU-Kommissar, dass Beschlusslage der Großen Koalition im Saarland die Forderung nach Schließung des französischen Kernkraftwerkes ist. "Angesichts von über 750 Störfällen seit der Inbetriebnahme keine aus der Luft gegriffene Forderung" so Kuhn-Theis. Oettinger zeigte großes Verständnis für die Ängste der Menschen. Deshalb wird Kuhn-Theis noch im Sommer Staatsministerin Margit Conrad aus Rheinland-Pfalz sowie Vertreter aus Luxemburg zu einem gemeinsamen Gespräch mit Günther Oettinger nach Brüssel einladen, heißt es dazu in einer Pressemitteilung.