Essen und kochen quer durch die Stadt

Essen und kochen quer durch die Stadt

Es hat zwar den Anschein, Rudirockt sei eine Veranstaltung, bei der sich alles um Musik dreht, aber das ist nicht so. Denn bei Rudirockt dreht sich fast alles ums Essen und Bewirten von Gästen. Auf dem gleichnamigen Internetportal können sich jeweils zwei Leute anmelden, die einen Gang eines Drei-Gänge-Menüs kochen müssen und die beiden anderen Gänge dann bei anderen Leuten in wieder anderen Wohnungen einnehmen. Anna Weinmann, 23-jährige Studentin der Sportwissenschaften, koordiniert das Rudirockt-Event, das heute in Saarbrücken stattfindet. Mit SZ-Redakteur Marc Prams spricht Sie über Reiz, Konzept und logistische Herausforderungen für die Teilnehmer.

Frau Weinmann, was ist überhaupt das Konzept von Rudirockt?

Weinmann: Jedes Kochteam, das sich für Rudirockt angemeldet hat, erfährt einen Tag vor dem Dinner, welchen Gang es vorbereiten muss und wo und bei wem es die beiden anderen Gänge einnimmt. Da sich bei jedem Gang andere Kochteams treffen sollen, müssen mindestens 18 Personen teilnehmen.

Und wozu das Ganze?

Weinmann: In erster Linie geht es um den Spaß. Es gibt auch keinerlei Vorschriften, welches Essen man vorbereiten muss. Die Teilnehmer lernen aber auf jeden Fall an dem Abend zwölf neue Leute kennen und eventuell auch die Stadt etwas besser, wenn sie neu hier sind. Und am Ende gibt es eine Party, wo alle noch mal gemeinsam feiern. Daher auch der Name Rudirockt. Es gibt übrigens nichts zu gewinnen, und die Essen werden auch nicht mit Punkten bewertet.

Wer macht bei Rudirockt mit?

Weinmann: Prinzipiell kann jeder mitmachen, auch da gibt es keine Vorschriften. Aber in der Regel sind es Studenten. Als Rudirockt im letzten Jahr in Saarbrücken stattfand, waren es nur Studenten. Das mag in anderen Städten anders sein. Da man fremde Menschen in seine Wohnung lässt, sind die Teilnehmer aber auf jeden Fall offen.

Machen dabei eher Leute mit, die gerne essen oder die gerne kochen?

Weinmann: Es gibt schon Leute, die offenbar mehr Spaß am Essen haben, als am Kochen. Aber viele geben sich richtig Mühe. Ich habe im letzten Jahr als Nachspeise Apple-Crumble mit Vanille-Parfait gemacht und durfte bei anderen Saltimbocca und selbst gemachte Spätzle essen. Aber manch einer macht es sich auch sehr einfach und stellt zur Vorspeise Schnittchen auf den Tisch.

Wer den Hauptgang hat, kommt aber logistisch schon ins Rudern, oder?

Weinmann: Das stimmt. Gute Vorbereitung ist alles. Nach 90 Minuten ziehen die Gäste ja weiter. Da kann es passieren, dass die schon vor der Tür stehen, bevor die Gastgeber eintreffen.

Aber wie gesagt: Es geht ja um den Spaß. Mit der Nachspeise hat man wohl die wenigste Arbeit.

Gibt es denn bisher viele Wiederholungstäter, die bei Rudirockt mitkochen?

Weinmann: Ja. Ich würde auch jederzeit wieder mitmachen, weil es Riesenspaß gemacht hat. Man lernt nette Menschen kennen, und falls die Chemie so gar nicht stimmt, hat man die Gewissheit, dass man nach 90 Minuten gehen kann und nicht den ganzen Abend miteinander verbringen muss. Das ist ja auch gut zu wissen.

rudirockt.de

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