"Es wird keine Schönwetterstrecke"

"Es wird keine Schönwetterstrecke"

Schwalbach. Giftig war das nicht, was Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) beim politischen Aschermittwoch ihren politischen Kontrahenten entgegenzusetzen hatte

Schwalbach. Giftig war das nicht, was Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) beim politischen Aschermittwoch ihren politischen Kontrahenten entgegenzusetzen hatte. Den rund 700 Gästen im Schwalbacher Saalbau wurde das bereits zu Beginn ihrer fast einstündigen Rede deutlich, als sie daran erinnerte, was sie bereits vor einem Jahr im Wahlkampf gesagt habe: "Wir brauchen unser Licht nicht unter den Scheffel zu stellen, nur damit es bei anderen etwas heller leuchtet." Tatsächlich hatte sie vor einem Jahr allerdings explizit SPD-Landeschef Heiko Maas damit angesprochen. Gestern war davon keine Rede mehr. Angriffslustig zeigte sie sich höchstens gegenüber der Bundes-SPD. Die nämlich könne "nicht so gut mit Geld umgehen wie die Christdemokraten". Nicht so offenbar die Saar-SPD, die den Weg eines verantwortungsvollen Umgangs mit den geringen finanziellen Mitteln des Landes ebenso wie die Gewerkschaften mitgehe.

Der Weg, von dem sie spricht, werde "keine Schönwetterstrecke", denn es gelte zu sparen und dies den Menschen im Land auch "ehrlich zu sagen". So seien etwa die Landesbediensteten "ein echter Schatz für das Land, aber auch diejenigen, für die der Finanzminister das meiste Geld ausgibt". Auch kündigte sie an, "Dinge auf den Prüftstand zu stellen, die uns vielleicht lieb geworden sind". Entsprechend verteidigte sie die Absage an einen Stadion-Neubau. Um nicht abgehängt zu werden, müssten die Bahnverbindungen ins Saarland verbessert werden. Denn: "Wir sind kein Zonenrandgebiet im Westen, sondern europäisches Kerngebiet." Entsprechend nannte sie es auch einen "Betrug am Wähler", dass Piraten und Grüne den Saar-Flughafen nicht ausdrücklich verteidigten. Fast giftig wurde Kramp-Karrenbauer erst mit Blick auf die Attacken Hessens und Bayerns gegen den Länderfinanzausgleich: "Wenn es ein Land gibt, was keinen Nachholbedarf an Solidarität hat, dann sind wir das", rief sie erbost.

Solidarität mit dem Saarland zeigte auch Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) als Gastredner, der versprach, saarländische Interesse "gut in Berlin zu vertreten". Zudem kündigte er an, dass die Gespräche mit Frankreich für ein sichereres Atomkraftwerk in Cattenom "in absehbarer Zeit zu einem positivem Ergebnis führen werden". Auch sei er entschlossen, dass die Energiewende ein Erfolg werde und "die Strompreise bezahlbar bleiben".

Wer sich vom politischen Aschermittwoch der Saar-CDU Giftiges erhofft hatte, sollte wohl besser am Sonntag in den Schwalbacher Saalbau zurückkehren. Dann gibt's dort die Spinnen-Ausstellung "Tarantula". jos