1. Saarland

"Es war eine gute Zeit für Oberthal"

"Es war eine gute Zeit für Oberthal"

Oberthal. "Dies ist ein wichtiger Tag für die Gemeinde Oberthal. Ein Tag, an dem eine Ära endet." Mit diesen Worten eröffnete der saarländische Ministerpräsident Peter Müller vor mehreren hundert Gästen in der Bliestalhalle in Oberthal seine Ansprache

Oberthal. "Dies ist ein wichtiger Tag für die Gemeinde Oberthal. Ein Tag, an dem eine Ära endet." Mit diesen Worten eröffnete der saarländische Ministerpräsident Peter Müller vor mehreren hundert Gästen in der Bliestalhalle in Oberthal seine Ansprache. Er war der Festredner der Feierstunde zur Verabschiedung von Sigrid Morsch und der Einführung von Stephan Rausch. Seit 1991 sei Morsch Bürgermeisterin von Oberthal gewesen. Sie habe das Gesicht der Gemeinde geprägt. Müller: "Es war eine gute Zeit für Oberthal." Der Ministerpräsident erinnerte auch daran, dass Sigrid Morsch 1991 die erste Bürgermeisterin im Saarland gewesen war: "Dein gutes Beispiel hat Schule gemacht."Dass das Brühlzentrum in Morschs Amtszeit gebaut wurde, dass sie bestrebt gewesen sei, allen Ortsteilen gerecht zu werden, dass sie Partner der politischen Gremien und Vereine gewesen sei, auch das erwähnte der Ministerpräsident. Mit großem Engagement habe sie ihre Kraft der Gemeinde geschenkt. Und das trotz persönlicher Schicksalschläge. Darüber hinaus habe ihre Stimme weit über die Grenzen der Gemeinde hinaus Gewicht gehabt. Peter Müller an Sigrid Morsch gewandt: "Diese Gemeinde hat Dir viel zu verdanken, dieses Land hat Dir viel zu verdanken. Alles Gute für die Zukunft."Stephan Rausch übernehme ein "wohl bestelltes Feld", so der Ministerpräsident weiter. Der Bürgermeister sei ein Diener seiner Gemeinde. Diese Aufgabe könne er umso besser erreichen, je mehr Mitstreiter er habe. Stephan Rausch bringe da als Teamworker die Voraussetzungen mit.Rückblick und Vorausschau, Ende und Neuanfang. Unter diesem Motto stand die Feierstunde. "Du übernimmst ein schönes Amt, ein vielseitiges, ein anspruchsvolles und beanspruchendes Amt", sagte Bürgermeisterin Sigrid Morsch in ihrer Rede zu ihrem Nachfolger. Schön, weil Rausch immer wieder mit Menschen zu tun haben wird. Vielseitig, weil gerade in kleinen Gemeinden der Verwaltungschef auch in das Alltagsgeschäft eingebunden sei. Anspruchsvoll im besten Sinne des Wortes. Und beanspruchend, weil es keine 40 Stundenwoche gebe, weil nie alle Ansprüche erfüllbar seien.Vor mehr als 17 Jahren habe sie diese Amt begeistert übernommen, sagte Morsch, "wohl wissend, dass der Strauch viele Dornen trägt und wenig Rosen. Die Dornenhecke ist oft dicht gewesen, und die Rosen hätten gelegentlich ein paar mehr sein dürfen." Sie übergebe eine Gemeinde, in der in den vergangenen Jahren viel Neues entstanden sei, sich vieles verändert habe, aber auch noch vieles unvollendet sei. Morsch: "Ich bin schon ein wenig stolz auf diese Gemeinde. Ich denke, sie kann sich sehen lassen." Die Bürgermeisterin bedankte sich bei allen, die sie auf ihrem Weg begleitet haben. Mit lang anhaltendem Applaus dankten die Zuhörer der Bürgermeisterin.Sigrid Morsch selbst überreichte Stephan Rausch seine Ernennungsurkunde zum 1. Juni und nahm die Vereidigung vor. Rausch, bis Ende Mai noch Erster Beigeordneter, übergab dann an Morsch die Entlassungsurkunde. Er sagte: "Ich verliere eine Bürgermeisterin, aber ich behalte eine Freundin." Dann überraschte Walter Kunkel von der SPD die Bürgermeisterin. Die Ratsfraktionen von CDU und SPD schenkten ihr eine mit Rötel gemalte Stadtansicht von Florenz."Ich werde mich für die Gemeinde mit voller Kraft einsetzen", versprach Stephan Rausch in seiner Ansprache. Er umriss einige Schwerpunkte. Bürgerbeteiligung sei ihm wichtig. Der demographische Wandel müsse gestaltet werden. Dazu gehörten Treffpunkte und neue Formen seniorengerechten Wohnens, aber auch flexible Betreuungszeiten für Kinder. Er wolle das Ehrenamt und die Jugendarbeit fördern, strebe eine enge Zusammenarbeit mit der Wirtschaft an. Rausch: "Ich will die Zukunftsfähigkeit der Gemeinde weiter stärken."

Hunderte Zuschauer hörten den Festrednern aufmerksam zu.

Auf einen BlickDie Feierstunde umrahmte zum Einen das Gemeinschaftsorchester Oberthal. Unter der Leitung von Gernot Wirbel und Hans-Norbert Gerhart musizierten die Orchester aus Oberthal, Gronig und Steinberg-Deckenhardt, rund 90 Musiker, erstmals gemeinsam. Zum Zweiten sang das Quartett des Männerchores Oberthal unter der Leitung von Hans-Herbert Mörsdorf. Das Quartett hatte sogar die Melodie von "Ein schöner Tag" umgedichtet: "Wir sagen Dank für 17 Jahr, die wir mit Dir verbracht . . ." vf