Es lebe die Transparenz

Es lebe die Transparenz

Für die Öffentlichkeit war die Sitzung des St. Ingberter Stadtrates am Donnerstagabend nach der Bürgerfragestunde nicht mehr sonderlich attraktiv. Drei Tagesordnungspunkte zu Bebauungs- und Flächennutzungsplänen sind eine sperrige Materie. Danach noch ein paar Minuten "Mitteilungen und Anfragen", und schon war die Sitzung im nichtöffentlichen Teil angelangt

Für die Öffentlichkeit war die Sitzung des St. Ingberter Stadtrates am Donnerstagabend nach der Bürgerfragestunde nicht mehr sonderlich attraktiv. Drei Tagesordnungspunkte zu Bebauungs- und Flächennutzungsplänen sind eine sperrige Materie. Danach noch ein paar Minuten "Mitteilungen und Anfragen", und schon war die Sitzung im nichtöffentlichen Teil angelangt. Dieser Part hätte den Bürger vielleicht an der einen oder anderen Stelle interessiert. In besonderem Umfang bestimmt der Punkt "Ankauf des Marxplatzes". Der "Parkplatz" am Waldrand hatte schließlich für Aufregung gesorgt. Aber auch das Baumwollspinnerei-Gutachten als Top könnte interessieren. Nun ist es so, dass in manchen Beratungen das Ohr der Öffentlichkeit durchaus außen vor bleiben muss. Wenn es etwa um Personalangelegenheiten geht oder die Interessen von Unternehmern und Privaten tangiert sind. Zuweilen beschleicht den geneigten Beobachter aber der Verdacht, in St. Ingbert verschwinde ohne Not viel im nichtöffentlichen Teil. Verschiedene Stadtratsfraktionen haben mangelnde Transparenz des öfteren gebrandmarkt. Und kein Kandidat im Oberbürgermeisterwahlkampf kommt umhin, sich als Transparenz-Bringer aufzubauen. Vielleicht sollten die Herren und Damen mal ihre Fraktionen ermuntern, öfter die öffentliche Behandlung eines Themas einzufordern. So ließe sich der versprochene Kurswechsel heute schon mal üben.

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