Es ist unabhängige Kontrolle notwendig

Es ist unabhängige Kontrolle notwendigZum Artikel "Caritas-Pflegekräfte prangern öffentlich Missstände in Heimen an" vom 14. Juli:Als ehrenamtliche Helferin bin ich mit dem Pflegenotstand in einem Pflegeheim direkt konfrontiert. In diesem Haus sind in der Regel für 38 Patienten nur zwei Pflegekräfte pro Spätschicht eingeteilt

Es ist unabhängige Kontrolle notwendigZum Artikel "Caritas-Pflegekräfte prangern öffentlich Missstände in Heimen an" vom 14. Juli:Als ehrenamtliche Helferin bin ich mit dem Pflegenotstand in einem Pflegeheim direkt konfrontiert. In diesem Haus sind in der Regel für 38 Patienten nur zwei Pflegekräfte pro Spätschicht eingeteilt. Die Zeit für eine gute Versorgung und für eine vernünftige Betreuung der Patienten ist somit nicht gewährleistet. Die Körperpflege und die Verköstigung der Patienten erfolgt im "Laufschritt". Dieser Umstand führt zu Stress und zu Fehlern bei dem Pflegepersonal. Für ein gutes und aufmunterndes Wort an die Patienten bleibt erst recht keine Zeit. Außerdem ist die Reinigung der Krankenzimmer auf ein Minimum beschränkt. Auf eine Anfrage von mir an die Heimleitung, diesen unwürdigen Zustand für die Patienten und für das Pflegepersonal einer Besserung zuzuführen, kommt immer wieder die Ausrede: "Das wird sich in der nächsten Zeit ändern." In den letzten Jahren hat sich jedenfalls nichts geändert, und das Pflegepersonal hat auch aus verständlichen Gründen Angst um den Arbeitsplatz. Obwohl meiner Ansicht nach genügend Finanzmittel aus der Pflegeversicherung sowie aus privaten Kassen gezahlt werden, kommt dieses Geld nicht dort an "wo es hingehört" , also bei den Patienten und dem Pflegepersonal. Es reicht auch nicht aus, dass Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt in Fernsehinterviews auf diese Misere hin angesprochen, erklärte: "Wir haben im Bundestag die gesetzliche Pflegeversicherung verabschiedet. Und daher muss dieses Gesetz auch umgesetzt werden." Es müssten für die Zukunft unabhängige Kontrollorgane geschaffen werden, frei von den Krankenkassen und Wohlfahrtsverbänden. Eine Selbstkontrolle in der jetzigen Form darf es nicht mehr geben. Denn nur dann haben wir die Möglichkeit, aus diesen Missständen heraus zu kommen.Monika Rohe, St. Ingbert

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