1. Saarland

Es gibt wieder edlen Wein an der Oberen Saar

Es gibt wieder edlen Wein an der Oberen Saar

Bliesransbach. Noch zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts war das obere Saartal mit seinen Südhängen bekannt für seinen guten Wein. In jedem Ortsteil wurde angebaut und für manch einen war es ein ertragreiches Geschäft. Mit dem Einzug der Reblaus fand der Weinbau ein jähes Ende. Da es damals kein Mittel gegen den Schädling gab, wurden so gut wie alle Reben vernichtet

Bliesransbach. Noch zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts war das obere Saartal mit seinen Südhängen bekannt für seinen guten Wein. In jedem Ortsteil wurde angebaut und für manch einen war es ein ertragreiches Geschäft. Mit dem Einzug der Reblaus fand der Weinbau ein jähes Ende. Da es damals kein Mittel gegen den Schädling gab, wurden so gut wie alle Reben vernichtet. Der Weinbau sollte vielerorts für lange Zeit ruhen. Nicht so bei den Bubels aus Bliesransbach. Die Familie kann auf eine mehr als 150-jährige Weintradition blicken, weil ihre Reben nicht so stark unter der Reblaus litten. Vor acht Jahren hat Hermann Bubel den Weinberg in Bliesransbach von seinem Vater übernommen: "Weinbau hatte in unserer Familie eine große Tradition. Mittlerweile bin ich fast täglich in den etwa 400 Reben und sehe nach dem Rechten." Einheimische Trauben und gegen Schädlinge resistente Trauben baut Bubel an. Allerdings sind unter den Rebstöcken auch uralte aus längst vergessener Zeit dabei. "Die Ernte in diesem Jahr war unter Berücksichtigung eines Pilzbefalls in Ordnung. Die Ernte 2008 war deutlich besser", sagt Bubel, der noch vor Weihnachten den ersten Rotwein abfüllen möchte. Fritz Kurtz, der Besitzer des Ritthofes in Bliesransbach, wird im Februar und März 2010 den ersten Wein dieser Saison verkosten. Phönix-Trauben (Weißwein) und Regent-Trauben (Rotwein) baut Kurtz seit 2007 an und folgt damit einer jahrhundertealten Tradition. Bereits in den Schriften des Abtes Fulradus (um 777 nach Christus), dem das Obere Saartal gehörte, war von Weinanbau auf dem Ritthof die Rede. 1897 soll eine Rekordernte auf dem Ritthof 40 000 Liter Wein gebracht haben "Für mich ist der Weinbau ein Hobby. In diesem Jahr werden es etwa 60 Flaschen Rotwein und 80 Flaschen Weißwein werden", sagt der ehemalige Ortsvorsteher von Bliesransbach. Einen herben, vollmundigen Geschmack sollen die Tropfen von der Oberen Saar haben. Auch die Lebenshilfe Obere Saar pflanzt seit kurzem auf dem Wintringer Hof zwischen Kleinblittersdorf und Bliesransbach Weintrauben an. "Wir haben uns auf Tafeltrauben spezialisiert. Wir machen keinen Wein daraus. Unsere Trauben sind zum Verzehr gedacht", erklärt Gabriele Allwicher, die Leiterin auf dem Wintringer Hof. 2010 plant die Gemeinde Kleinblittersdorf sogar einen Weintrauben-Lehrpfad. "Ähnlich den Streuobstlehrpfaden wollen wir am Blies-Grenz-Weg (Premiumwanderweg) einen Weinlehrpfad errichten. Der Wein hatte bei uns eine große Tradition und wurde besonders in der Nähe des ehemaligen Klosters in Kleinblittersdorf angebaut. Und dort soll der Lehrpfad auch entstehen", sagt Bürgermeister Stephan Strichertz. Die Gemeinde habe im Regionalverband auch einen Weinstammtisch initiiert. Winzer aus Gersheim, aus dem Saarpfalz-Kreis sowie ein größerer Hobby-Winzer aus Rouhling im benachbarten Frankreich wollen Weinbauprojekte mit kulturhistorischem Hintergrund auf den Weg bringen.