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„Es geht nur um die Bilder“

„Es geht nur um die Bilder“

Bis Sonntag, 23. April, sind die Bilder von François Besch im Museum Schloss Fellenberg zu sehen.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, mit dem Smartphone zu fotografieren?

Besch Ich bin Journalist und schleppte immer die Kamera mit. Als in den 90er Jahren die ersten Handys kamen, habe ich mir immer gewünscht, auch damit zu fotografieren. Anfangs war aber die Auflösung noch zu schlecht. Erst beim iPhone 4 war die Auflösung akzeptabel, sodass ich angefangen habe, damit zu arbeiten. Seitdem wird die Entwicklung immer besser.

Sie arbeiten viel mit der App "Hipstamatic". Warum benutzen Sie genau diese App und was zeichnet sie aus?

Besch Die erste Version kam ungefähr zur selben Zeit wie das iPhone 4. Es war die erste Foto-App, die ich damals installiert habe. Das war Zufall. Ich habe zwischenzeitlich viele andere ausprobiert, aber "Hipstamatic" funktioniert immer noch am besten. Ich habe früher auch viel mit Polaroids gearbeitet. Die quadratische Form der Bilder hat mich sehr daran erinnert. Und genau wie bei der Polaroid hat man auch bei der App gleich die Resultate. Deshalb hat es Spaß gemacht, damit zu experimentieren.

Ich war anfangs skeptisch, als ich hörte, dass sie nur mit dem Smartphone arbeiten. Kennen Sie das?

Besch Es gibt viele Fotografen, wie meine 22-jährige Tochter zum Beispiel, die arbeiten ausschließlich analog. Mir ist es ganz egal, mit was ich arbeite. Es geht nur um die Bilder. Ob ich die jetzt mit einer Leica, einer Fuji oder einer Nikon schieße, ist mir egal. Es kommt auf das Motiv, das Licht und den Moment an.

Haben sie ein Lieblingsmotiv?

Besch Nein, ich fotografiere viele Landschaften, aber als Journalist mit 34 Jahren Berufserfahrung habe ich mich immer für alles interessiert. Ich kann mich da nicht einschränken.

Haben sie ein Lieblingsbild in dieser Ausstellung?

Besch (zeigt auf "Waldspaziergang 2015", einem spät-herbstlichen Waldweg, aus der Reihe "Winterpoesie", zu erkennen sind eine Frau und ein Hund): Das sind meine Frau und mein Hund, der gerade zuhause auf mich wartet und vermutlich denkt: "Wo bleibt der so lange?". Aber die Bilder, die hier hängen, mag ich eigentlich alle.

Was bedeutet ihnen die Auszeichnung mit dem Monika-von-Boch-Preis?

Besch Ich fühle mich sehr geehrt, diesen Preis zu bekommen. Ich sehe das auch als Form der Anerkennung der unkonventionellen Mittel in der Fotografie. Für mich ist es ein Meilenstein. Würde meine Mutter noch leben, sie wäre sicherlich sehr stolz. Sie war nämlich Saarländerin.

Die Fragen stellte Nina Drokur