1. Saarland

Es fand sich der geballte Sachverstand ein

Es fand sich der geballte Sachverstand ein

Quierschied. Mensch, da war was los! Aus allen Richtungen strömten handwerklich begabte Männer herbei, um - wem auch immer - ihre Hilfe anzubieten. Und so schlug der 1. Quierschieder Reparatur-Zirkel am gestrigen Nachmittag regelrecht ein. Hier kamen Leute zusammen, die was können und versuchen, die Elektrokleingeräte und andere Dinge ratloser Menschen zu reparieren

Quierschied. Mensch, da war was los! Aus allen Richtungen strömten handwerklich begabte Männer herbei, um - wem auch immer - ihre Hilfe anzubieten. Und so schlug der 1. Quierschieder Reparatur-Zirkel am gestrigen Nachmittag regelrecht ein. Hier kamen Leute zusammen, die was können und versuchen, die Elektrokleingeräte und andere Dinge ratloser Menschen zu reparieren. "Für lau" wie der Saarländer zu sagen pflegt.Für die gedeihliche Zusammenkunft hatte die Gemeinde einen großen Raum im ehemaligen evangelischen Kindergarten zur Verfügung gestellt. Ihn nutzt normalerweise als Dependance die Erwerbslosenselbsthilfe (ESH) Püttlingen, die auch in Quierschied zugange ist. Werkbänke und andere nützliche Gerätschaften kamen den Teilnehmern des Reparatur-Zirkels sehr zupass.

Die Initiative zu der Veranstaltung, die nun regelmäßig stattfinden soll, ging von dem Quierschieder Lothar Strobel aus, nachdem er im Sommer vorigen Jahres in einer "Plus-Minus"-Sendung von solchen Angeboten sonstwo erfuhr. Bevor der ehemalige Techniker im Bereich Maschinenbau etwas der Mülltonne anvertraut, versucht er es erstmal zu reparieren, wie er am Donnerstag der SZ erzählte. Getreu dem Motto: "Loss de Vadder mòò gugge, bevor ma's wegwerfe."

Ein solcher Vater war auch gestern im Werkraum erschienen: Gerd Lang (74) aus Quierchied, der das Innenleben eines Akku-Schraubers freilegte und der SZ erklärte, wie man das Teil sehr preisgünstig wieder zum Arbeiten kriegt. Der Mann muss was können, denn nebenbei erzählte er, dass er den Innenausbau im Haus seines Sohnes bewerkstelligte.

 Lothar Strobel (rechts) hatte die Idee zu dem Experten-Treffen.
Lothar Strobel (rechts) hatte die Idee zu dem Experten-Treffen.

Derweil stand Hans Siekmann aus Fischbach an einem Schraubstock und machte eine Schneeschaufel wieder flott. Nieten raus, kurze Schrauben rein, und schon ist das Ding wieder zu gebrauchen. Hans Siekmann findet es - wie viele andere Leute - "fürchterlich, dass bei jeder Kleinigkeit alles weggeworfen wird", deshalb ist er hier. Und dass es nun in nächster Nähe einen Reparatur-Zirkel gibt, das findet er ganz prima. Derweil war Bernhard Wecker (71) dabei, den Fön von Hildegard Schaaf zu reparieren. Geglüht hatte der Haartrockner an der Schnur, erzählt die Besitzerin. Und nun hat ihn der gelernte Feinmechaniker und Kommunikationselektroniker-Meister vor sich liegen. Er macht den Fön wieder flott. Richtig Glück hatte gestern auch Christine Franz aus Bildstock. An ihrer Küchenmöbel-Einbauleuchte ist der Schalter kaputt. Arnolf Noll, Elektriker sowie Radio- und Fernseh-Techniker im Ruhestand, weiß Rat. Das Teil, sagt er, gibt's für wenig Geld im Elektronik-Fachgeschäft. Wenn Christine Franz den neuen Schalter mitbringt, will Noll ihn auch wieder einbauen -beim nächsten Reparatur-Treffen. "Ich habe davon in der SZ gelesen", sagt er und freut sich, dass er hier helfen kann. Für den Rentner ist es ein schöner Zeitvertreib. Und für die, die hier freundliche Hilfe erfahren, ist es eine ganz wunderbare Angelegenheit.