"Es besteht größte Wiederholungsgefahr"

"Es besteht größte Wiederholungsgefahr"

Sulzbach. Azurblauer Himmel, strahlender Sonnenschein - nur das rot-weiße Flatterband vor dem Rathaus im Sulzbach störte am Samstag das Postkartenmotiv. Zahlreiche Sulzbacher, aber auch Gäste von außerhalb strömten zum Tag der offenen Tür in den Sitz der Stadtverwaltung. Schon bei der Eröffnung am Morgen drängten sich über 150 Besucher durch die Gänge

Sulzbach. Azurblauer Himmel, strahlender Sonnenschein - nur das rot-weiße Flatterband vor dem Rathaus im Sulzbach störte am Samstag das Postkartenmotiv. Zahlreiche Sulzbacher, aber auch Gäste von außerhalb strömten zum Tag der offenen Tür in den Sitz der Stadtverwaltung. Schon bei der Eröffnung am Morgen drängten sich über 150 Besucher durch die Gänge. "Es war ein Kommen und Gehen den ganzen Tag über", stellte Bürgermeister Michael Adam nach der Veranstaltung fest: "Ich bin sehr erfreut über den großen Zuspruch, eigentlich sogar ein bisschen überwältigt."Vor allem die Führungen durchs Rathaus waren ein voller Erfolg. "Manche Gruppe mussten wir vier Mal teilen, weil sie sonst zu groß gewesen wären", erzählte Adam. Von den früheren Arrestzellen im Untergeschoss ging es ins Amtszimmer des Verwaltungschefs, ins Trauzimmer, vorbei an den Bildern aller Bürgermeister - beginnend mit Michael Ganns (1866) bis zu Hans-Werner Zimmer - erreichte man den Sitzungssaal mit der historischen Holzdecke und den zahlreichen Zolnhofer-Gemälden an den Wänden. "Die Führung war sehr ausführlich. Selbst als alter Sulzbacher ist man überrascht über die vielen Facetten der Geschichte, die man so gar nicht kennt", sagte Teilnehmer Günter Paul. Der 69-jährige Sulzbacher sprach vielen Besuchern aus dem Herzen, als er anregte: "Die Stadt müsste diese Geschichte noch mehr herausstellen."

Geschichtliche Führungen nicht nur im Rathaus, sondern durch die gesamte Stadt sind andernorts längst ein etablierter touristischer Anziehungspunkt.

Am Samstag ging es vom tiefsten Keller bis hoch unters Dach, wo in der früheren Bürgermeisterwohnung heute das Melderegister und das provisorische Archiv untergebracht sind. Das Zugangsbuch aus dem Jahr 1866, das unter anderem Auskunft gibt über die von außerhalb zugezogenen Einwohner, beeindruckte die Besucher ebenso wie die Geschichte der Sulzbacher Unternehmerfamilien Vopelius und Appolt und die Exkurse in die Salz-, Glas- und Kohlegeschichte der Stadt.

Doch es gab nicht nur "Nahrung fürs Gehirn" - im Innenhof sorgte die Feuerwehr für das leibliche Wohl. "Es gab Gulaschsuppe aus der Feldküche der Feuerwehr Neuweiler", erläuterte deren Sprecher Richard Plein: "Suppe und Bier waren am Ende alle."

Der Verein "Familie gibt Aufwind" beschäftigte die kleinen Gäste im ersten Obergeschoss. Fotos: Stadt Sulzbach.

Der erste Tag der offenen Tür im Sulzbacher Rathaus war auch dank des bunten Rahmenprogramms von A wie Ausstellung bis Z wie Zauberer ein voller Erfolg. "Es besteht größte Wiederholungsgefahr", sagte Michael Adam fast euphorisch. cor