Erweiterte Realschule setzt auf Ganztagsangebot

Erweiterte Realschule setzt auf Ganztagsangebot

Saarbrücken. Die Erweiterte Realschule Bruchwiese ist die einzige in der Stadt, die seit diesem Schuljahr Ganztagesunterricht anbietet. "Das war notwendig, denn viele Eltern können oder wollen leider nicht mehr die Kapazität aufbringen, ihre Kinder nach Schulschluss entsprechend zu betreuen", meint Schulleiterin Pia Götten

Saarbrücken. Die Erweiterte Realschule Bruchwiese ist die einzige in der Stadt, die seit diesem Schuljahr Ganztagesunterricht anbietet. "Das war notwendig, denn viele Eltern können oder wollen leider nicht mehr die Kapazität aufbringen, ihre Kinder nach Schulschluss entsprechend zu betreuen", meint Schulleiterin Pia Götten. Sechzig Euro im Monat plus täglich 2,60 Euro für ein warmes Mittagessen kostet das Angebot. Warmes MittagessenAn mangelndem Geld muss die Ganztagsbetreuung nicht scheitern, denn bei Eltern mit kleinem Geldbeutel werden die Kosten auf Antrag übernommen. Neu ist allerdings nicht nur das Angebot, sondern auch das dahinter stehende Konzept. Niemand soll durchgehend mit Mathe, Physik und Deutsch gequält werden. Die Bruchwiesenschule setzt vielmehr auf "rhythmisierten Unterricht". Das heißt, in der Kernzeit am Vormittag werden die so genannten "harten" Fächer gepaukt und nachmittags stehen zum Beispiel Arbeitsgemeinschaften wie Schülerzeitung oder Chor auf dem Programm. "Mein Schwerpunkt ist jedoch die Berufsorientierung", meint Götten. Die Schüler werden von der fünften Klasse bis zum Abschluss kontinuierlich und altersgerecht an das Arbeitsleben herangeführt. In der Vergangenheit hatte Götten festgestellt, dass gerade die Hauptschüler sehr orientierungslos waren. "Viele haben dann einfach noch ein Jahr draufgepackt, was zwar bequem, für die Berufsaussichten dennoch nicht das Gelbe vom Ei war", sagt sie. Götten ist überzeugt, dass ein leistungsbereiter Hauptschüler mit guten Kopfnoten eine echte Chance auf dem Arbeitsmarkt hat. Auch das Fach Arbeitslehre trägt diesen Umständen Rechnung, auch Firmen oder Krankenhäuser werden regelmäßig eingeladen, damit sich Schüler und potenzielle Arbeitgeber beschnuppern können. Die Vorteile liegen auf der Hand. "Eine unserer Realschülerinnen erhielt auf diese Weise einen Ausbildungsplatz, der sonst nur an Fachoberschüler vergeben wird", erzählt Götten nicht ohne Stolz. Die meisten Absolventen konnten dieses Jahr untergebracht werden. Vielleicht lag das ja am so genannten "Profilpass", ein auf ein halbes Jahr angelegter Ergänzungsunterricht, bei dem die Schüler in Betrieben selbst ihre eigenen Stärken erkennen sollen. Als Beilage zu Bewerbungen macht sich das besonders gut. Dann gibt es speziell für Hauptschüler auch noch "Bodo", der berufsorientierte Donnerstag, den die Abschlussklassen ganztägig in Firmen verbringen. Kneifen gibt es hier nicht, denn "Bodo" ist Prüfungsfach. Egal, ob Haupt- oder Realschüler. Götten ist es am wichtigsten, dass "der Mensch an sich gesehen wird". Daher sind auch zwei Sozialarbeiter an der Erweiterten Realschule Bruchwiese engagiert. "Mein Schwerpunkt ist die Berufsorientierung"Pia Götten, Leiterin der ERS Bruchwiese