Erster Schnitt im Köllertal

Erster Schnitt im Köllertal

Hirtel. Es ist der erste Freitag im Juni, nachmittags gegen 15 Uhr. Die Sonne durchflutet die Landschaft im Oberen Köllertal. Bei Temperaturen von mehr als 25 Grad sind die Bauern mit Hochdruck dabei, Heu und Silage von den Wiesen heimwärts zu transportieren. Schlepper mit voll beladenen Anhängern rollen über die Straßen rund um Heusweiler

Hirtel. Es ist der erste Freitag im Juni, nachmittags gegen 15 Uhr. Die Sonne durchflutet die Landschaft im Oberen Köllertal. Bei Temperaturen von mehr als 25 Grad sind die Bauern mit Hochdruck dabei, Heu und Silage von den Wiesen heimwärts zu transportieren. Schlepper mit voll beladenen Anhängern rollen über die Straßen rund um Heusweiler. Der für den Spätfrühling typische Duft von gemähtem Gras liegt in der Luft. Auf dem Kappelberg bei Kirschhof nimmt der Häcksler von Landwirt Ziegler das leicht angetrocknete Gras auf und bläst es auf die Ladeflächen der Anhänger.

Es läuft wie am Fließband: Ein Anhänger ist beladen und wird Richtung Hofgering in Hirtel gezogen, der nächste reiht sich neben die Erntemaschine ein und wird ebenfalls voll gepackt - und so weiter, bis das letzte Büschel Gras verladen ist. Hochbetrieb herrscht auch am Silo, wo die Ernte abgekippt, auseinander gezogen, lagenweise verdichtet und mit Folie luftdicht abgedeckt wird, ehe sie zwei bis drei Wochen lang zur Silage gären kann.

Ziegler hatte für die Ernte auf 35 Hektar Wiesenfläche zehn Helfer, einen Häcksler und acht Traktoren im Einsatz. Zu dem Kraftakt sagt er: "Es war höchste Eisenbahn für den ersten Schnitt im Jahr. Durch den langen harten Winter war das Gras langsamer als im letzten Jahr gewachsen, sodass wir die Ernte um fast 14 Tage hinauszögern mussten. Zu lange stehende Halme werden nämlich holzig und verlieren an Nährwert. Das schnelle Einbringen des Grases war nur dank unserer Maschinen und unserer Helfer möglich". Der Hirteler Landwirtschaftsmeister produziert kein Heu mehr, da die Silage mehr Gehalt hat, leichter zu gewinnen ist und obendrein noch weniger Lagerfläche benötigt. Er sagt im Detail: "Je nach Witterung kann ich im Jahr zwischen drei und fünf Schnitte machen. Diesmal werden es wohl ein, zwei weniger werden. Silage habe ich - vom Mähen an gerechnet - innerhalb 24 Stunden im Silo. Heu muss alleine drei Tage auf der Wiese trocknen, ehe es gepresst und abtransportiert wird. Es darf kein Regen dazwischenkommen".

Genau dies passierte Zieglers Kollegen, die am letzten Sonntag beim Heu einholen waren: Sie mussten nämlich die am Morgen begonnene Ernte infolge des einsetzenden Starkregens abbrechen. Das liegen gebliebene Heu muss so schnell wie möglich wieder trocknen, damit es nicht verdirbt.

Wenn das Wetter mitspielt, können die Köllertaler Landwirte ab Mitte Juli mit der Ernte von Wintergerste und Raps beginnen. Und obwohl der harte Winter auch dem Getreide zugesetzt habe, sei mit einem normalen Ertrag zu rechnen, sagt Landwirt Ziegler.