Saarbrücken und Merzig: Erste Hinweise auf Täter nach Automaten-Sprengungen im Saarland

Saarbrücken und Merzig : Erste Hinweise auf Täter nach Automaten-Sprengungen im Saarland

In Merzig sind der vergangenen Nacht zwei Geldautomaten gesprengt worden. Die Polizei geht von organisierter Kriminalität aus.

Wie die Polizei der Saarbrücker Zeitung mitteilte, wurde beim Kaufland in Merzig um 4.40 Uhr ein Alarm ausgelöst, weil die beiden Sparkassen-Automaten auf dem Gelände gesprengt worden waren. Die Höhe der Beute ist derzeit noch unklar. Die Polizei leitete sofort eine grenzübergreifende Fahndung nach den Tätern ein, in die die umliegenden Polizeiinspektionen sowie die Bundespolizei, die Polizei in Trier und Luxemburg eingebunden waren. Die Fahndung verlief bisher jedoch ergebnislos. Inzwischen sprechen die Ermittler des Dezernats für Eigentumskriminalität in einer Pressemitteilung von einem „Zusammenhang mit der Tat am vergangenen Montag“ am St. Johanner Markt in Saarbrücken.

Denn die Täter gingen genau wie in Saarbrücken vor. Dort wurden in der Nacht zu Montag zwei Geldautomaten der Bank1Saar gesprengt. Bereits am Mittwoch stellten die Ermittler nach Hinweisen aus der Bevölkerung zwei Motorroller und Geldkassetten in einer Garage in Saarbrücken-Brebach sicher. Dabei handele es sich „mit hoher Wahrscheinlichkeit“ um die von den Tätern benutzten Fahrzeuge, heißt es von Seiten der Pressestelle der Polizei weiter.

Es sei davon auszugehen, dass es sich um eine Tätergruppierung handele, die aus den Niederlanden komme, arbeitsteilig vorgehe und die Taten gründlich vorbereite. Als Indiz dafür sieht die Polizei die Blockade der Ausfahrt der Polizeiinspektion in Merzig. Die war mit einer „schweren Kette“ verbarrikadiert worden. Dadurch habe sich das Ausrücken der Einsatzkräfte zum Tatort in Merzig am heutigen Morgen verzögert.

Ein weiterer Hinweis für das organisierte Vorgehen sei der gut geplante und stets ähnliche Ablauf der Raubzüge: Die Täter leiten in der Regel ein Gasgemisch in die Automaten ein und bringen es zur Explosion, lediglich „in Einzelfällen“ sei Sprengstoff benutzt worden. Die Flucht erfolgt zunächst auf gestohlenen Motorrollern zu einem Unterschlupf, meist Scheunen oder Garagen. Dort warten die Flüchtigen ab, bis sich die Lage entspannt hat. Anschließend fliehen sie „mit hochmotorisierten Fahrzeugen“ aus der Region.

Das Vorgehen stütze die Annahme, „dass es sich bei den Tätern um Angehörige einer professioneller Gruppierung handelt, die auch in den Bundesländern Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und Nordrhein-Westfahlen im Jahr 2018 insgesamt 280 Taten (2017: 268 Taten) auf die gleiche Weise durchgeführt haben.“ Nun hat die Bande ihren Aktionsradius offenbar auf das Saarland erweitert.

Die Polizei bittet weiterhin um sachdienliche Hinweise aus der Bevölkerung. Diese können beim Kriminaldauerdienst unter der Rufnummer 0681 962 21 33 oder jeder anderen Polizeidienststelle gemeldet werden.

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