Erste Europameisterschaft im Schwenken bei Iwwerherrner Erlebnistagen

Europameisterschaft und Weltrekord : Am Beruser Sender schwenkten die Meister

In Überherrn traten 23 Teams aus ganz Europa zur Ersten Europäischen Schwenkmeisterschaft an. Daneben wurde ein Weltrekord im Dauerschwenken aufgestellt.

Es ist Sonntagnachmittag, 15.05 Uhr, am Sender in Berus. „Jungs, wir haben es!‟ Der Freudenruf kommt von Detlef Jessen. Er hat nicht nur buchstäblich den Hut auf beim Europäischen Schwenkweltrekord auf den „Iwwerherrner Erlebnistagen“ am Sender Europa 1 in Berus. Seit fünf Minuten ist der alte Weltrekord von 48 Stunden Dauerschwenken eingestellt, denn seit Freitagmittag 15 Uhr drehte sich ein Schwenker ununterbrochen. „Die geplanten 1200 Schwenker sind schon weg. Ich hab gerade noch 500 nachbestellt“, sagt Jessen, der für den Sponsor Kunzler nicht nur selbst am Schwenker stand, sondern auch die ganze Zeit über da war und den Rekordversuch überwachte. Seinen Wohnwagen hat er auf dem Gelände stehen. Dabei drehte sich der Schwenker auch nachts. Und was passierte mit den Nachtschwenkern? „Die haben wir selbst gegessen. Ein leckeres Pils dazu, dann klappt das. Weggeworfen wurde nichts“, betont Jessen. Bis 17 Uhr wurde noch gegrillt, dann hatten die 32 Leute, die in drei Stundenschichten rund um die Uhr am Schwenker standen, die anvisierten 50 Stunden voll. Doch jetzt wird erst einmal mit Bürgermeister Bernd Gillo (CDU), seiner Amtsnachfolgerin Anne Yliniva-Hoffmann (SPD), Erika Weber, die für die Gemeinde Überherrn das Fest organisierte und Ralf Lauer vom Orga-Team, den Profi-Schwenkern von Side by Side BBQ mit Pils angestoßen auf den Weltrekord.

Nicht um die Schwenkdauer, sondern die Qualität ging es gestern ebenfalls am Beruser Sender. Denn zeitgleich fanden die ersten Europäischen Schwenkmeisterschaften statt. Hierbei traten 23 Mannschaften am Schwenker an, um sich in den Kategorien „Schwenker vom Schwenker‟, „Freestyle‟ und „Dessert vom Schwenker‟ zu messen. Während sich die Kategorie „Schwenker vom Schwenker‟ und „Dessert vom Schwenker‟ selbst erklären, konnte man beim Freestyle auflegen, was gefällt. Das Urteil fällten 23 Juroren, quasi für jede Mannschaft einer. Denn die hatten ganz schön was zu verputzen. „Jede Mannschaft musste vier Portionen machen‟, sagt Lauer. „Dabei wurden Gargrad und Geschmack bewertet. Das macht etwa 60 Prozent aus. Außerdem zählte die Optik und die Kreativität.‟ Gesamtsieger und somit amtierender Europäischer Schwenkmeister wurden die „Fire Devils“. Die saarländische Crew unter der Teamleitung von Nathalie Baldauf besteht aus Torsten Marquart, Joana Baldauf und Urban Nalbach und konnte gleichzeitig auch den ersten Preis in der Kategorie „Dessert vom Schwenker‟ gewinnen. Platz eins in der Kategorie „Schwenker vom Schwenker‟ ging an das Luxemburger Team „Frozen Fire“, die sich übrigens mit einer ganz besonderen Geste beim THW bedankten. Die Luxemburger luden alle THW-Kräfte, die beim Tornado-Einsatz in Luxemburg halfen, auf eine kostenlose Grill-Leckerei ein. Laut Teamkapitän Luc Hoffmann, wollte man sich damit für deren großartigen Einsatz in Luxemburg bedanken. Eine Geste von Jérôme Schiltz, Claude Stiefer und Luc Hoffmann. Den ersten Preis der Kategorie „Freestyle‟ schließlich gewannen „Die Grilldeiwel‟ aus Primstal und Umgebung: Manfred Hoffmann und Sohn Steffen Hoffmann, Martin „Stakse“ Scheid, Georg Kolling und Pauli Strass.

Organisatorin der „Iwwerherrner Erlebnistage“, Erika Weber. Foto: Ruppenthal

Die Schwenkmeisterschaft und der Weltrekord bildeten das Finale der vier „Iwwerherrner Erlebnistage“ am Europa Sender in Berus (wir berichteten). Erika Weber, die für die Gemeinde Überherrn diese erste Veranstaltung organisiert hat, ist vollauf zufrieden: „Ich bin einfach überwältigt, dass es so geworden ist, wie ich es gehofft hatte“, sagt sie. Etwa 13.000 Besucher besuchten demnach das Festareal. „Auch eine hervorragende Werbung für den Sender“, sagt Yliniva-Hoffmann, die ab Oktober die Verwaltung leiten wird. „Wir hatten eine tolle Resonanz‟, sagt sie und es sei eine gute Veranstaltung, auch um den Sender weiter bekannt zu machen. Das wird vor allem Noch-Bürgermeister Gillo freuen, dem das Fest besonders am Herzen lag. „Somit stehen die Zeichen für eine Neuauflage gut“, meint Gillo.

Mehr von Saarbrücker Zeitung