1. Saarland

Erst nach und nach weicht die Anspannung

Erst nach und nach weicht die Anspannung

Kurz nach Schließung der Wahllokale machten sich die Vorstände und Helfer auf den Weg in die Rathäuser von Quierschied, Friedrichsthal und Sulzbach. Hier verfolgten sie gebannt die Auszählung der Stimmen zur Landtagswahl. Die SZ war exemplarisch im Sulzbacher Rathaus dabei.

Sulzbach. Sprichwörtlich die Stecknadel fallen hören konnte, wer um 18 Uhr den Festsaal des Rathauses betrat.Nicht dass es den Anwesenden die Sprache verschlagen hatte, als sie im TV die erste Prognose für das Ergebnis der vorgezogenen Landtagswahl hörten - selbst wenn das für viele überraschend einen deutlichen Vorsprung für die CDU um Ministerpräsidentin und Spitzenkandidatin Annegret Kramp-Karrenbauer vorhersagte. Nein: Es war schlicht (noch) kaum was los in dem Saal, in dem am kommenden Mittwoch um 17 Uhr die nächste Sitzung des Sulzbacher Stadtrates beginnt.

Der Hausherr, Bürgermeister Michael Adam (CDU) mal ohne Krawatte, begrüßte die Ankommenden, zumeist Beschäftigte der Stadtverwaltung, die in den 20 Wahllokalen Dienst getan hatten. Diejenigen, die schon vor Ankunft im Rathaus von der Prognose erfahren hatten, waren - gleich welcher politischen Richtung - über die Deutlichkeit des CDU-Vorsprungs überrascht. Und sie waren es auch angesichts der hohen Stimmenzahl für die Piraten.

Je mehr die Zeit verging, und die erste Hochrechnung zum Gesprächsstoff wurde, desto zahlreicher wurden die Zuschauer. Doch die Augen richteten sich nicht auf den Fernsehschirm, auf dem gerade Kramp-Karrenbauer mit SR-Journalist Norbert Klein sprach. Die Augenpaare richteten sich auf den Bildschirm, von dem per Beamer aus die Sulzbacher Zahlen auf eine Leinwand geworfen wurden. Und danach liegt die CDU (32,83%) ebenfalls vor der SPD (30,11%). Nach den Zahlen der städtischen Verwaltung kam die Linke auf 20,47 Prozent und die FDP abgeschlagen auf 1,06 Prozent. 3,23% der Stimmen (Wahlbeteiligung bei 57,37%) bekamen die Grünen, weniger als Hälfte der Piraten (6,64%). Für negative Stimmung sorgte gestern Abend das Abschneiden der NPD (1,79%), die noch vor den Freien Wählern (1,30%) liegt. > Seite C 3: Weiterer Bericht