Eröffnung der Session

Lebach : Narren läuten fünfte Jahreszeit ein

„Alle hopp!“ und „Da je!“ hieß es gestern bei der Sessions-Eröffnung des Verbands saarländischer Karnevalisten in Lebach.

Auf „Elf“ beginnen die saarländischen Karnevalisten ihren Countdown auf die neue Session. So auch am gestrigen Sonntag auf dem Platz „Onner de Breck“ unter der Brücke, wo sich die Narrenschar des Saarlandes auf Geheiß ihres Landesverbandes VSK (Verband Saarländischer Karnevalsvereine) versammelt hat. Auf den Elften (Tag) im Elften (Monat), so wie es unter echten und eingefleischten Faasebooze üblich ist.

Der VSK-Regionalverband Saarlouis-Lebach war mit dem Carnevalverein Lebach (CVL) Ausrichter der VSK-Veranstaltung, und so führte auch deren Prinzengarde in Blau-Weiß den kleinen Umzug zur kleinen Bühne unter der Brücke an. In der Stadthalle hatten sich vorab geladene Gäste, wie das VSK-Präsidium, seine Regionalvertreter, Macel I. und Luisa I. aus Kutzhof als VSK-Prinzenpaar des Jahres und Landrat Patrik Lauer, auf den Sessionsstart eingestimmt. An der Bühne wartete schon das närrische Fußvolk – in der ganzen Farbenpracht der karnevalistischen Uniformen, Regentengewänder und Verkleidungen. So, wie es VSK-Präsident Hans-Werner Strauß vorab gefordert hatte: „Zeigen wir uns als eine starke Gemeinschaft, wenn auch unsere Kostüme und Uniformen vielfältig bunt und unsere Fastnachtsrufe unterschiedlich sind. In einem sind wir uns jedoch einig – unsere saarländische Fastnacht ist närrisch kloor.“

„Alleh hopp!“ ist der am weitesten verbreitete Karnevalsruf im Saarland, in Lebach halten sie es mit „Da je!“. Auch die Lebacher Tollitäten unter der zahlreich vertretenen Karnevalsprominenz auf der gut gefüllten Bühne. Kinderprinz Jan I. und seine Kinderprinzessin Emma Sophie I. und selbstverständlich Prinz Marc I., der mit Dinah I. zum Jahresbeginn bei er Kür zum saarländsichen Prinzenpaar des Jahres Platz zwei hinter Marcel und Luisa aus Kutzhof belegten. Landrat Lauer steht zur saarländischen Faasenacht: „Uns ist es wichtig, dieses kulturelle Erbe zu unterstützen.“ Reichlich geschunkelt wird zum saarländischen Sessionsstart auch. Und die Musiker, die dazu spielten, kommen weder von der Saar noch vom Rhein. „Wir haben heute die Pfundskerle aus Tirol da, die gestern Abend noch in Wien gespielt haben“, so VSK-Präsident Strauß in Vorfreude. Was ein bisschen frischen Wind ins karnevalistisch-musikalische Repertoire geweht hat – jedenfalls zu Beginn.

„Beim Schunkeln wachsen Freundschaften“, hieß der erste Titel, der mit viel Akkordeonbegleitung eindeutig dem Alpenraum zuzuordnen ist. Später griffen die österreichischen Pfundskerle aber auf das sonst übliche Liedgut zurück: „Und ich flieg, flieg, flieg wie ein Flieger.“ Anlass für Verdruss gab es an diesem Tag nur wenig – etwa, dass es kühle Getränke nicht gegen Bares gibt. „Bonverkauf“, mault nicht nur Thomas Bohn von der Kulturgemeinschaft Dudweiler-Pfaffenkopf. Doch es überwog eindeutig die Freude darüber, dass die Zeit des Darbens für die Karnevalisten vorüber ist. „Endlich, jetzt kommt unsere Zeit“, sind sich Simone Brück, Stefanie Klein und Bianka Dirk von den „Hinnehot“ aus dem Großrossler Ortsteil Naßweiler einig.

Die Prinzengarde führte den Umzug von der Stadthalle in Lebach zum Platz „Unter der Brücke“. Dort wurde die Session vom Verband Saarländischer Karnevalsvereine gestern eröffnet. Foto: Ruppenthal
Das neue Lebacher Kinderprinzenpaar Jannis und Jana sowie das Prinzenpaar Sabine und Bernhard (vorne von links nach rechts). Foto: Ruppenthal

Die angebrochene karnevalistische Session findet am 4. März im Rosenmontag ihren Höhepunkt und endet zwei Tage später am Aschermittwoch.