1. Saarland

Ernteausfälle schon jetzt sicher

Ernteausfälle schon jetzt sicher

St. Wendel. Wegen der langanhaltenden Trockenheit seien Ernteausfälle von rund 30 Prozent schon jetzt abzusehen, erklärt der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes Peter Scherer (Foto: SZ/atb). Die Schäden bei Wintergerste, Roggen und Weizen seien nicht mehr aufzuholen. Auf den noch kräftig grünen Feldern könne man das nicht sofort zu erkennen

St. Wendel. Wegen der langanhaltenden Trockenheit seien Ernteausfälle von rund 30 Prozent schon jetzt abzusehen, erklärt der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes Peter Scherer (Foto: SZ/atb). Die Schäden bei Wintergerste, Roggen und Weizen seien nicht mehr aufzuholen. Auf den noch kräftig grünen Feldern könne man das nicht sofort zu erkennen. Bei genauem Hinsehen zeige sich, dass die einzelnen Getreidepflanzen weniger Nebentriebe haben als in normalen Jahren. In der Bestockungsphase, in der die kleine Pflanze Nebentriebe bildet, war es zu trocken, erklärt der Landwirt. Die Pflanzen haben nur soviel Nebentriebe gebildet, wie sie auch ernähren können. Weniger Triebe bedeutet weniger Ähren pro Quadratmeter und damit weniger Ertrag. Selbst wenn es jetzt regnet, ändere sich daran nichts mehr. Kräftiger Landregen könne nur noch Schlimmeres verhindern. Denn halte die Trockenheit an, lasse die Pflanze, um überleben zu können, Seitentriebe absterben Die Folge: noch weniger Ertrag. Bei Wintergerste und Roggen, die sind schon in oder erreichen bald die Kornfüllphase, bedeute weitere Trockenheit kleinere Körner und ebenfalls eine geringere Ernte. Bei gutem Weizen, so weiß Scherer, wiegen 1000 Körner rund 50 Gramm. Gibt es weiterhin keinen Regen, verringere sich dieses Gewicht auf 32 bis 34 Gramm. Weitere 30 Prozent Ertrag, die fehlten. Dazu komme, dass solche Körner wegen ihres zu geringen Mehlanteiles als Brotgetreide ungeeignet sind und nur noch zum verfüttern verwendet werden könnten. Der Raps ist nach Aussagen Scherers im Landkreis am schwersten geschädigt. Er erwartet nur 50 Prozent der normalen Erntemenge. Der Ölsaat habe während der Blüte Wasser gefehlt. Viele Blüten seien deshalb abgeworfen worden. Die Schoten, die sich doch noch gebildet haben, seien sehr klein. Raps könne, da er tief gehende Wurzeln hat, Trockenphasen gut überstehen. Das gelte aber nur bei tiefgründigen Böden. Und die gebe es im Landkreis fast gar nicht.Zu kämpfen hätten auch die Milchbauern. "Die Heuernte ist zu 50 Prozent geringer ausgefallen als üblich", sagt Scherer. Das Gras habe weniger Blätter gebildet und die Pflanzen seien nicht so hoch geworden. Nach ausreichend Regen erholten sich die Grünflächen recht schnell wieder. Scherer rechnet aber nicht damit, dass mit dem zweiten und dritten Schnitt, sollten sie möglich sein, die fehlenden Mengen komplett ausgeglichen werden könnten.

Kartoffeln und Mais, gerade erst gelegt oder gesät, hätten, wenn es jetzt regnet, gute Entwicklungschancen, sieht Scherer nicht ganz schwarz. Der wärmeliebende Mais profitiere von den derzeit hohen Temperaturen. "Aber regnen muss es."

"Gezählt wird erst bei der Ernte", möchte Scherer nichts zu den finanziellen Auswirkungen der Trockenheit auf die Betriebe sagen. Die weltweit gesteigene Nachfrage habe die Preise für landwirtschaftliche Produkte ansteigen lassen. Die weitere Entwicklung könne er nicht abschätzen.