Erneut Demo gegen Gaskraftwerk

Erneut Demo gegen Gaskraftwerk

Saarbrücken. Erneut ist eine Demonstration gegen das geplante Gaskraftwerk in der Ortschaft Hambach südlich von Saargemünd, die durch die Produktion des Kleinwagens Smart bekannt wurde, geplant. Für diesen Samstagnachmittag haben Umweltschützer und Bürgerinitiativen zu einer Kundgebung aufgerufen, die um 14.30 Uhr am Saargemünder Bahnhof beginnen soll

Saarbrücken. Erneut ist eine Demonstration gegen das geplante Gaskraftwerk in der Ortschaft Hambach südlich von Saargemünd, die durch die Produktion des Kleinwagens Smart bekannt wurde, geplant. Für diesen Samstagnachmittag haben Umweltschützer und Bürgerinitiativen zu einer Kundgebung aufgerufen, die um 14.30 Uhr am Saargemünder Bahnhof beginnen soll.

Der Protest richtet sich gegen ein Kraftwerk, das mit modernster Technik und einem hohen Wirkungsgrad von 60 Prozent ausgestattet ist. Es soll etwa 700 Millionen Euro teuer werden und rund 50 Arbeitskräfte beschäftigen. Dennoch rufen die Umweltschützer auch die Saarländer zum Widerstand auf: "Kommt zahlreich nach Saargemünd. Es geht um unsere Gesundheit, um die Attraktivität unserer Gegend." Bei den ökologischen Aspekten geht es darum, dass von dem zukünftigen Kraftwerk Kohlendioxid ausgestoßen wird, dass pro Jahr knapp 400 Tonnen Feinstaub in die Luft gehen oder dass die Saar beim Rücklauf von rund 1100 Kubikmetern Kühlwasser pro Stunde durch Nitrate, Nitrite und Phosphaten belastet wird.

Die saarländische Umweltministerin Simone Peter (Grüne, Foto: bub) betrachtet das Projekt in Hambach weniger kritisch. Peter geht davon aus, dass über kurz oder lang die Kraftwerke, die im Saar-Lor-Lux-Raum zum großen Teil auf Steinkohle-Basis betrieben werden, ersetzt werden müssen. Simone Peter wörtlich: "Bei Ersatzinvestitionen sind Energieerzeugungsanlagen auf Erdgasbasis grundsätzlich als sinnvoll zu bewerten, weil Erdgas der sauberste fossile Brennstoff ist und der Kohlendioxid-Ausstoß, insbesondere bei Gas- und Dampfkraftwerken (GUD), deutlich geringer ist als bei den seit langem betriebenen Anlagen auf Steinkohlebasis." Insofern interessiere die Energiepolitik im benachbarten Lothringen natürlich auch die saarländische Umweltpolitik, so die Ministerin, die anfügt: "Die Auswirkungen des GUD-Kraftwerks in Hambach auf die Gewässer wurden daher vom Umweltministerium fachlich bewertet und als sehr gering eingestuft. Das gleiche gilt für die Schadstoffbelastungen in der Luft." Deutlich kritischer betrachtet die Umweltministerin die Tatsache, dass in einem Kohlekraftwerk von St. Avold Kohleschlamm aus Kleinrosseln verbrannt wird. "Der Aufwand für den geplanten Transport der Kohleschlämme ist als ökologisch nicht unproblematisch zu bewerten", heißt es.

Meinung

Zunächst den Ball flach halten

Von SZ-Redakteur

Gerhard Franz

Immer den Ball flach halten! Dies ist ein guter Ratschlag, nicht nur für Fußballspieler, sondern auch für Leute, die sich mit Risiken und Gefahren für den Menschen auseinander setzen. Im konkreten Fall geht der Appell, nicht plan- und ziellos unter das runde Leder zu dreschen, an die Gegner des Gaskraftwerks von Hambach. Mag ja sein, dass die Nachbarn nicht wollen, dass man ihnen eine so große Energieerzeugungsanlage vor die Nase setzt. Aber aus ökologischen Gesichtspunkten lässt sich ein solches Projekt, wie Umweltministerin Peter zu Recht anmerkt, kaum ins Visier nehmen. Da gäbe es in Lothringen lohnendere Ziele.

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