Ermittler verhängen Nachrichtensperre: Rumänin Opfer einer Rotlicht-Bande

Organisierte Kriminalität : Entführte Prostituierte nach Spanien verschleppt

Im Fall der bereits im Dezember 2018 auf dem Saarbrücker Straßenstrich entführten Prostituierten gehen die Ermittler nach Informationen unserer Zeitung von Organisierter Kriminalität aus.

Die 23 Jahre alte Rumänien Nicoletta S. wurde angeblich am 1. Dezember gegen 22.30 Uhr in der Dudweiler Straße in Saarbrücken von zwei Männern überwältigt und in ein Auto gezerrt. Bei dem Fahrzeug handelte es sich vermutlich um einen BMW mit französischem Kennzeichen. Zeugen hatten damals die Polizei alarmiert. Bei den Tätern soll es sich um Rumänen im Alter zwischen 25 und 30 Jahren handeln. Beide Männer gelten als mutmaßliche Mitglieder einer europaweit agierenden Bande. Schwerpunkte des kriminellen Netzwerkes im Rotlichtmilieu  sollen in Deutschland und Spanien liegen.

Polizeisprecher Stephan Laßotta und Mario Krah, Sprecher der Staatsanwaltschaft Saarbrücken, lehnten auf konkrete Nachfragen  aus „ermittlungstaktischen Gründen“ und „Gründen des Verfahrensschutzes“ weitere Informationen zu dem Fall ab. Auch diese Nachrichtensperre deutet auf gezielte Ermittlungen im Bereich der Organisierten Kriminalität. Zuletzt hatte Laßotta erklärt: „Der Frau geht es gut, wir wissen, wo sie sich aufhält.“ Die Ermittlungen wegen Verdachts des Menschenhandels dauerten weiter an. Die Fahnder gehen nach SZ-Informationen davon aus, dass die 23-Jährige von Saarbrücken nach Südspanien verschleppt wurde und dort zur Prostitution gezwungen wird.

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