Erinnerung an einen Troublemaker

Erinnerung an einen Troublemaker

Saarbrücken. Erstmal ein Bier, sagte er, dann können wir reden. Thierry van Werveke war wieder Johnny Chicago. Und Johnny Chicago war "Back in Trouble", zurück in den Schwierigkeiten, die einer wie er kriegt, wenn er schnell zu Geld kommen will

Saarbrücken. Erstmal ein Bier, sagte er, dann können wir reden. Thierry van Werveke war wieder Johnny Chicago. Und Johnny Chicago war "Back in Trouble", zurück in den Schwierigkeiten, die einer wie er kriegt, wenn er schnell zu Geld kommen will.

Bier gab es genug im Kühlschrank von Thierrys Wohnwagen am Filmset in einem kleinen Park mitten in Luxemburg - und viele Geschichten aus einem Leben, das jede Menge Trouble bereithielt. Ein Leben, das am 11. Januar vergangenen Jahres in Luxemburg nach einer langen Krankheit endete. 50 Jahre alt ist Thierry van Werveke geworden. 50 Jahre, in denen er mehr erlebt hat, als manch anderer in 100.

"Back in Trouble", so heißt der Film, für den Thierry 1997 unter anderem in diesem Luxemburger Park drehte. Andy Bausch führte Regie, wie bereits 1988 als Thierry in "Troublemakers" zum ersten Mal Johnny Chicago war. "Troublemakers" gilt in Luxemburg als Kultfilm. Thierry war also schon eine Berühmtheit im kleinen Großherzogtum, als er neun Jahre später an der Seite von Til Schweiger und Moritz Bleibtreu in "Knockin' on Heaven's Door" als belgischer Killer Henk in Deutschland bekannt wurde.

Andy Bausch, mit dem Thierry 1982 auch seinen ersten Film drehte, hat 2008, als klar war, wie schwer krank Thierry war, einen über ihn gemacht. "Inthierryview" heißt die Dokumentation, die das Saarländischen Filmbüro und das Saarbrücker Kino achteinhalb (Nauwieser Straße 19) am kommenden Montag ab 20 Uhr zeigen.

In der Hommage kommen Kollegen, Freunde und Weggefährten von Thierry zu Wort: Til Schweiger, Sascha Ley, Michael Haneke, Moritz Bleibtreu, Frank Hoffmann, Frank Feitler, Buket Alakus, Pipo Petro, Claude Bertemes, Danielle Igniti und einige andere. Vor allem aber wird Thierry selbst auf der Leinwand präsent sein.

"Neben seiner Karriere als Schauspieler und Musiker bei Nazz Nazz und Taboola Rasa spricht Thierry auch über seine Kindheit, seine Drogenabhängigkeit, seinen Job als Leichenwäscher, als Kellner in Luxemburgs berüchtigtem Café du Centre, seine Zeit als erster Punk Luxemburgs, den Alkohol", sagt Regine Ratke vom Saarländischen Filmbüro.

Andy Bausch und der Produzent Paul Thiltges stellen sich anschließend der Diskussion und stellen die Thierry-Van-Werveke-Stiftung vor. Sie finanziert Kulturarbeit mit jungen Leuten, und hilft "Troublemakers", also Leuten, die die Schwierigkeiten anzuziehen scheinen.

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