1. Saarland

Erinnerung an den Komponisten Joseph Martin Kraus

Erinnerung an den Komponisten Joseph Martin Kraus

Jägersburg. "Das Himmlische lebt in seinen Tönen" war Titel eines Konzerts von Christian Brembeck im Saal der Gustavsburg. Es war in mehrerlei Beziehung nicht alltäglich und weckte große Bewunderung für den Münchner Musiker, der damit an den Komponisten Joseph Martin Kraus erinnerte

Jägersburg. "Das Himmlische lebt in seinen Tönen" war Titel eines Konzerts von Christian Brembeck im Saal der Gustavsburg. Es war in mehrerlei Beziehung nicht alltäglich und weckte große Bewunderung für den Münchner Musiker, der damit an den Komponisten Joseph Martin Kraus erinnerte. Zu verdanken war das Konzert gleich drei Gastgebern, die sich freuten, den renommierten bayerischen Musiker für die Veranstaltung gewonnen zu haben.So freuten sich Gustl Altherr vom Heimat- und Verkehrsverein, Camilla Atmer-Steitz von der deutsch-schwedischen Gesellschaft in Zweibrücken und Gertrud Fickinger von der Katholischen Erwachsenenbildung Saarpfalz einmütig, dem Publikum ein Konzert mit Werken von Joseph Martin Kraus nach Jägersburg geholt zu haben. In ihren kurzen Begrüßungen gingen alle auf das Werk des gebürtigen Deutschen Kraus ein, der hierzulande trotz des hohen Niveaus seiner Werke nie große Bekanntheit erlangte. Gearbeitet hatte Kraus, der im Jahr 1792 mit nur 36 Jahren verarmt starb, in Schweden, wo ihm König Gustaf III. Aufträge gegeben hatte. Nach dem Tod des Königs war Kraus in Vergessenheit geraten, erst Anfang des 20. Jahrhunderts entdeckte man seine Musik neu.

Christian Brembeck lud die Gäste zu einer Entdeckungsreise ein, die mit dem Schaffen von Joseph Martin Kraus bekannt machte. Brembeck tat das auf besonders einfühlsame Art: er hatte Original-Noten kopiert und für das Konzert mitgebracht. Überdies gab er das Konzert auf einem so genannten Hammerflügel, wie er im 18. Jahrhundert gefertigt worden war. Das Original, dem Brembecks Hammerflügel nachgebaut ist, hatte der Wiener Instrumentenbauer Könnicke gefertigt. Nach dem Exkurs in die Geschichte von Kraus und in die Kunst, einen echten Hammerflügel zu spielen, begann die Entdeckungsreise. Sie begann mit dem "Thema con variazioni" in C-Dur. Einen Vergleich hatte das Publikum hernach in der Air varié c-moll (La Roxelane) von Joseph Haydn. Hier wurde der beinahe puristische Umgang beider Komponisten mit der Musik gezeigt. Kein Zufall, wie Christian Brembeck erklärte. Kraus und Haydn kannten sich, hatten wohl auch Einfluss aufeinander.

Sehr stimmungsvoll war die Grande Sonate Es-Dur von Kraus, die Brembeck voller Hingabe spielte. Und selbst in der Pause gab es Neues zu entdecken: der Musiker zeigte den Interessierten aus dem Publikum, wie ein Hammerflügel gestimmt wird. Das musste sein, denn dieses Instrument reagiert selbst auf minimale Temperaturänderungen mit Tonabweichungen. Neu gestimmt klang der Hammerflügel bei Mozarts Fantasie d-moll wieder klar und rein. Mozart, dessen Leben wie das von Kraus viel zu früh zu Ende war, eine von mehreren Parallelen, so Brembeck.

Adagio und Allgro in d- und c-moll von Abbé Georg Joseph Vogler waren eine kurze, wohl gesetzte Überleitung zur Grande Sonate E-Dur von Kraus. Sie machte den Wandel vom Barock zu einer neuen Zeit hör- und fühlbar. Als Zugabe nach anhaltendem Applaus gab Christian Brembeck die zwei kuriosen Menuette. Kraus soll sie geschrieben haben, um den Bach-Biografen Johann Nikolaus Forkel zu ärgern. smi